So soll das neue ‘Züri Fäscht’ aussehen

Entlang von Sihl und Limmat soll 2029 erstmals das neue Zürcher Stadtfest stattfinden.
So soll das neue Zürcher Stadtfest aussehen ©Aroma

Nach dem letzten ‘Züri Fäscht’ in seiner bisherigen Form im Jahr 2023 hat der Zürcher Stadtrat die Grundlage für dessen Nachfolge festgelegt. Von vier erarbeiteten Szenarien soll das von der Agentur Aroma entwickelte Konzept ‘Der Fluss’ weiterverfolgt werden.

Sihl und Limmat bilden dabei die verbindende Achse des neuen Stadtfests. Das geplante Festgebiet soll sich von der Stadtgrenze in Leimbach bis zur Stadtgrenze in Höngg über mehr als zehn Kilometer erstrecken und sieben Stadtkreise sowie 15 Quartiere miteinander verbinden.

Statt einer gebündelten Festzone soll entlang der beiden Flüsse eine Art ‘Perlenkette’ aus verschiedenen kleineren und grösseren Festorten mit jeweils eigenem Charakter entstehen. Ufer, Plätze und Strassen sollen von Quartieren, Vereinen, Institutionen, Kulturbetrieben, Veranstaltenden und Anwohnenden bespielt werden.

Das Programm soll Angebote für unterschiedliche Zielgruppen umfassen. Vorgesehen sind unter anderem Familienangebote, kommerzielle Formate sowie Kultur- und Musikveranstaltungen. Tagsüber sollen Familien, Ausflüge und Erlebnisse entlang der Flüsse im Vordergrund stehen, am Abend verstärkt Kultur- und Musikformate.

Die Vision für das neue ‘Züri Fäscht’ ©Aroma
Detailkonzept bis 2027

Die Trägerschaft für das neue Stadtfest übernimmt der Verein Zürcher Volksfeste (VZV), der bereits das bisherige ‘Züri Fäscht’ organisiert hatte. Er soll das Konzept nun weiterentwickeln und für die Planung und Umsetzung verantwortlich sein.

In einem ersten Schritt erarbeitet der VZV ein Detailkonzept. Darin sollen unter anderem die einzelnen Festorte, das Programm, Beteiligungsmöglichkeiten sowie Fragen zu Betrieb, Sicherheit, Mobilität, Nachhaltigkeit und Finanzierung konkretisiert werden.

Das Detailkonzept soll im zweiten Quartal 2027 vorliegen und als Grundlage für weitere politische Entscheide zur Finanzierung und Umsetzung dienen. Für die bisherige Szenarienentwicklung, die Bestimmung der Trägerschaft und die Erarbeitung des Detailkonzepts sind insgesamt rund 420’000 Franken vorgesehen.

Die erste Durchführung des neuen Stadtfests ist für 2029 geplant. Anschliessend soll der Anlass wie das bisherige ‘Züri Fäscht’ im Dreijahresrhythmus stattfinden. Unter welchem Namen das neue Stadtfest durchgeführt wird, ist noch offen.

Neues Konzept statt bisheriger Grossattraktionen

Ob das neue Konzept an die Anziehungskraft des bisherigen ‘Züri Fäschts’ anknüpfen kann, dürfte sich erst bei der Premiere zeigen. Die Dimensionen des Vorgängers waren beträchtlich: Zur letzten Ausgabe 2023 kamen laut SRF rund 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher.

Das neue Stadtfest setzt bewusst auf einen anderen Ansatz. Statt einer gebündelten Festzone im Stadtzentrum verteilt sich das Geschehen über mehr als zehn Kilometer entlang von Sihl und Limmat. Auch bisherige Publikumsmagnete wie das Grossfeuerwerk über dem Zürichsee und die Flugshow gehören der Vergangenheit an.

Erste Reaktionen auf die Neuausrichtung fallen unterschiedlich aus. Während Albert Leiser, Präsident des Vereins Zürcher Volksfeste, im neuen Konzept grosse Chancen sieht, gibt es auch zurückhaltende Stimmen. Ob ein dezentral organisiertes Stadtfest ohne die bisherigen Grossattraktionen eine vergleichbare Strahlkraft entwickeln kann, wird sich 2029 zeigen. (MICE-tip)