
Die Schweizer Beherbergungsbetriebe zeigen sich grösstenteils zufrieden mit dem Verlauf der Sommersaison 2025. Laut der halbjährlichen Umfrage von Hotelleriesuisse konnten 50% der teilnehmenden Häuser ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr steigern.
Die Umfrage wurde vom 17. bis 26. Oktober 2025 durchgeführt. Es beteiligten sich 209 Mitglieder von Hotelleriesuisse.
Insgesamt bewerten 51% der Betriebe die Saison als eher zufriedenstellend, 35% sogar als sehr zufriedenstellend. Gleichzeitig berichten rund die Hälfte der Befragten von steigenden Kosten, besonders in alpinen Gebieten. Für 48% fällt die Gesamtbilanz aus Umsatz- und Kostenentwicklung positiv aus, für 38% ausgeglichen.
Mit Blick auf die Wintersaison 2025/26 zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Betriebe im alpinen Raum blicken optimistisch in die kommende Saison, 40% erwarten steigende Umsätze. Im ländlichen Flachland hingegen rechnen 39% der Betriebe mit rückläufigen Einnahmen. In den Alpen plant zudem etwa die Hälfte der Betriebe Preiserhöhungen. Als Gründe werden vor allem steigende Personal- und Einkaufskosten genannt.
Fachkräftemangel weiterhin hoch
Der Fachkräftemangel bleibt die dominierende Herausforderung der Branche. Verstärkt wird die Situation durch die zunehmende Kurzfristigkeit von Buchungen, was eine verlässliche Personalplanung erschwert. Zusätzlich belasten internationale Handelskonflikte, steigende Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und die anhaltende Inflation den Betriebsalltag.
Ein weiterer Fokus der Umfrage lag auf der Ausbildungssituation. Zwei Drittel der Betriebe konnten ihre Lehrstellen für 2025 vollständig besetzen, vor allem städtische Betriebe schildern eine gute Rekrutierungslage. In alpinen Regionen blieb jedoch bei 43% der Ausbildungsbetriebe mindestens eine Lehrstelle unbesetzt. Viele Häuser bilden derzeit keine Lernenden aus, häufig aufgrund fehlender personeller Ressourcen, kleiner Betriebsstrukturen oder des administrativen Aufwands.
Ein möglicher Lösungsansatz zur Entlastung sind laut Hotelleriesuissse Lehrbetriebsverbünde. Dabei schliessen sich mehrere Betriebe zusammen, Lernende rotieren zwischen den Häusern und administrative Aufgaben werden zentral übernommen. Das Konzept sei jedoch vielen noch nicht bekannt. Laut Hotelleriesuisse nehmen gegenwärtig 9% der befragten Betriebe daran teil. 66% der ausbildenden Häuser können sich eine zukünftige Teilnahme zudem vorstellen. (MICE-tip)



