
Insgesamt wurden über 13’000 Teilnehmende begrüsst, darunter mehr als 4’500 Käuferinnen und Käufer, die überwiegend im Hosted-Buyer-Programm vor Ort waren.
Rund 3’000 ausstellende Unternehmen präsentierten sich in Frankfurt und spiegelten die gesamte Breite der globalen MICE-Branche wider – von Destinationen und Venues über Technologieanbieter bis hin zu Eventagenturen.
Ein zentrales Ergebnis der Messe waren die rund 73’000 (Rekord!) vorab terminierten Meetings, darunter 63’500 One-to-One-Gespräche, die über die drei Messetage hinweg stattfanden.
Wie im letzten Jahr wurde die IMEX-App rege genutzt. Mit dem interaktiven Hallenplan konnten sich Teilnehmende schnell orientieren und ihre Wege effizient planen. Zudem konnten Besucherinnen und Besucher erneut den QR-Code auf den Badges scannen und so direkt mit den jeweiligen Kontakten in Verbindung treten.
Neuer Player in Afrika und weitere Highlights
Das neu gegründete Angola Convention Bureau (ACB) hatte an der IMEX Frankfurt 2026 seinen ersten internationalen Auftritt und positionierte Angola damit erstmals offiziell als aufstrebende MICE-Destination auf globaler Ebene. Der Messeauftritt markierte einen wichtigen Meilenstein in der Strategie des Landes, internationale Geschäftsveranstaltungen gezielt nach Angola zu holen.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein im Aufbau des MICE-Markts des Landes steht im Oktober 2026 bevor, wie Bruno Ricardo Cardoso de Matos (ACB) im Gespräch mit «MICE-tip» erklärte: Dann würde das neue Kongresszentrum in Luanda eröffnet. Parallel dazu wachse die internationale Anbindung kontinuierlich weiter.
Bereits heute bestünden Direktverbindungen aus den USA sowie aus Europa, unter anderem ab Frankfurt und Lissabon. Ziel ist es, das gesamte Spektrum der angolanischen MICE-Infrastruktur international stärker sichtbar zu machen und zu zeigen wie vielfältig Angola eigentlich ist. Die Ankünfte aus Europa stiegen von 45’757 im Jahr 2024 auf 59’750 im Jahr 2025. Eine weitere Steigung dürfte auch im Jahr 2026 zu erwarten sein.
Neben Angola war die bereits etablierte MICE-Destination Südafrika prominent vertreten. Das Land trat mit Rückenwind als führende Business-Events-Destination des afrikanischen Kontinents auf. Grundlage dafür war die erneute Spitzenposition im ICCA Country Ranking 2025, in dem Südafrika mit 115 internationalen Verbandskongressen den ersten Platz in Afrika belegte.
Kapstadt bestätigte dabei erneut seine Rolle als wichtigste Stadt des Kontinents für internationale Association Meetings. Corne Koch, Chief Convention Bureau Officer, bezeichnete das gute Abschneiden Südafrikas als starke Bestätigung der langfristigen Investitionen des Landes in die Infrastruktur für Business Events.
Destinationen des Nahen Osten erneut stark vertreten
Die Destinationen des Nahen Osten waren erneut stark vertreten und knüpften damit an ihre Präsenz aus dem Vorjahr an, wobei Dubai den flächenmässig grössten Stand hatte. Abu Dhabi setzte auf Gastfreundschaft und lud die Besucherinnen und Besucher mit traditionellen Spezialitäten und Kaffee zum Verweilen und Austausch ein.
Trotz geopolitischer Herausforderungen unterstrich die Region damit ihre Bedeutung im globalen Eventgeschäft sowie den Anspruch, sich als verlässliche und attraktive MICE-Destination zu präsentieren.
Nordamerika zeigte ebenfalls eine starke Präsenz. Besonders die USA waren mit zahlreichen Destinationen und Convention Bureaus vertreten, darunter unter anderem New York, Los Angeles und Las Vegas. Vor allem Los Angeles nutzte die Messe, um auf die kommenden sportlichen Grossereignisse aufmerksam zu machen.
Mit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026, dem NBA All-Star Game, dem Super Bowl 2027 sowie den Olympischen Spielen 2028 positioniert sich die Stadt in den kommenden Jahren als bedeutender Austragungsort internationaler Mega-Events. Kanada setzte erneut auf eine starke Präsenz und fokussierte sich auf nachhaltige Veranstaltungen, internationale Kongresse sowie den Ausbau langfristiger Partnerschaften im Business-Events-Sektor.
Italien bestätigte seine führende Rolle im europäischen Kongress- und Veranstaltungsmarkt und belegt in den aktuellen ICCA-Rankings zum dritten Mal in Folge den ersten Platz in Europa sowie Rang zwei weltweit, direkt hinter den USA. Die ICCA-Rangliste gilt als internationaler Benchmark für die Fähigkeit von Ländern, grosse internationale Verbandskongresse anzuziehen und nachhaltig zu entwickeln.
Auch die Schweiz war wieder vertreten. Verantwortlich vor Ort waren Barbra Albrecht und Bernhard Rhyn vom Switzerland Convention & Incentive Bureau (SCIB). Der Stand vereinte dabei eine Vielzahl an Schweizer Partnern aus Hotellerie und Regionen.
Geopolitische Unsicherheit belastet Eventbranche
Auch die MICE-Branche kämpft mit der aktuellen Weltlage. Eine präsentierte Studie der International Association of Professional Congress Organisers (IAPCO) zeigte auf, dass geopolitische Instabilität, globale Konflikte und politische Veränderungen zunehmend spürbare Auswirkungen auf die internationale Meetings- und Kongressbranche haben. Knapp 74% der Befragten gaben an, dass globale Konflikte die Planung oder Durchführung internationaler Meetings beeinflusst haben. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber den 54% im Jahr 2025.
Laut IAPCO-Präsidentin Sissi Lignou zeige die Studie deutlich, dass geopolitische Unsicherheit längst kein Randthema mehr ist, sondern einen direkten Einfluss auf Wissenstransfer, internationale Zusammenarbeit und die Durchführung von Konferenzen hat.
Passend zu diesem Thema hat das Copenhagen Convention Bureau (CCB) ihren neu gelaunchten „Copenhagen Risk Navigator – International Strategies and Tools for Business Events“ vorgestellt. Damit erhält die internationale Meetings- und Eventbranche erstmals einen strukturierten Rahmen für den Umgang mit Risiken im Kontext globaler Veranstaltungen. Das CCB trifft damit einen Nerv mit dem zunehmend volatilen Umfeld der Branche.
Ziel des Instruments ist es, der Branche konkrete Strategien und Werkzeuge an die Hand zu geben, um Risiken frühzeitig zu erkennen, besser zu bewerten und strukturiert zu managen. Damit soll die internationale Veranstaltungsplanung widerstandsfähiger und vorausschauender gestaltet werden können.
IMEX Talking Point: Design Matters
Unter dem Leitthema „Design Matters“ stellt die IMEX für die Jahre 2026–2027 die Bedeutung von Design in den Mittelpunkt der globalen MICE-Branche. Dabei wird Design nicht nur als ästhetisches Element verstanden, sondern als entscheidender Faktor für Funktion, Wirkung und die Erlebnisqualität eines Events.
Von Architektur über Eventgestaltung bis hin zu emotionalen und digitalen Erlebnissen prägt Design laut IMEX jedes Detail moderner Veranstaltungen und gilt zunehmend als Differenzierungsmerkmal in einem stark umkämpften Markt. In einer Zeit mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne und hoher Erwartungen sei es insbesondere das Design, das Organisationen, Marken und Events sichtbar und erinnerbar mache.
Mit dem aktuellen Talking Point lädt die IMEX die globale Eventbranche ein, Design als wirtschaftliche und kreative Schlüsselkompetenz zu verstehen und gezielt als „Business Superpower“ einzusetzen.
Fokus auf Weiterbildung und Wohlbefinden
Mit über 150 Sessions und mehr als zehn Themen-Tracks bot die Messe eines der grössten frei zugänglichen Weiterbildungsprogramme der internationalen MICE-Branche. Im Zentrum standen praxisnahe Inhalte, Future Skills sowie direkt anwendbare Impulse für den Eventalltag.
Ein besonderer Fokus lag auf der IMPACT Zone in Halle 9, die als zentrale Plattform für die deutschsprachige MICE-Community diente. Der Bereich setzte auf Austausch, Co-Creation und Weiterbildung rund um People, Planet und Purpose und brachte globale Trends in konkrete Anwendungen für die Branche.
Mit der Well-being Lounge setzte die Messe einen klaren Fokus auf das Thema Wohlbefinden innerhalb der stark verdichteten Messeumgebung. Die Lounge bot Teilnehmenden einen bewussten Rückzugsort, um während der intensiven Messetage Energie zu tanken.
Fazit zur IMEX 2026
Die IMEX Frankfurt 2026 unterstrich einmal mehr die Bedeutung der internationalen MICE-Branche als weltweit vernetzte Branche zwischen Wirtschaft, Politik und Destinationen. Neben starken Geschäftszahlen und hoher Besucherqualität zeigte die Messe vor allem eines: persönliche Begegnungen bleiben trotz Digitalisierung und KI ein zentraler Treiber für Vertrauen und nachhaltige Zusammenarbeit.
Wie IMEX-CEO Carina Bauer an der Abschlusspressekonferenz betonte, stehen der menschliche Faktor und die Energie der Community im Zentrum der Veranstaltung. Trotz der starken Präsenz von KI erlebten persönliche Treffen eine Renaissance, da ihr Wert vor allem in vertrauensvollen Gesprächen liegt, die neue Ideen, Partnerschaften und konkrete Ergebnisse ermöglichen.
Wer die neuesten Entwicklungen und Trends der MICE-Branche live erleben möchte, erhält dazu bereits im Herbst an der IMEX America (13.–15. Oktober 2026) in Las Vegas erneut Gelegenheit. Die nächste IMEX Frankfurt findet vom 11. bis 13. Mai 2027 statt.
Davy Schlatter, Frankfurt am Main








