
Internationale Krisenherde haben zunehmend Auswirkungen auf die Planung von Meetings, Incentives, Kongressen und Events. Das bestätigt Nina Smith, Account Director & Sourceress bei der US-amerikanischen MICE-Agentur Stevenson International, im Gespräch mit dem Zürich Convention Bureau. Aus Sicht der Agentur beeinflussen geopolitische Spannungen wie der aktuelle Iran-Konflikt nicht nur die Nachrichtenlage, sondern auch das tägliche Geschäft von Eventplaner*innen.
Zwar sei das Interesse an internationalen Programmen weiterhin hoch, gleichzeitig beobachte Stevenson International jedoch eine wachsende Zurückhaltung bei der Wahl bestimmter Regionen. Kundinnen und Kunden würden vermehrt prüfen, ob geplante Veranstaltungen verschoben oder alternative Destinationen in Betracht gezogen werden sollten. Dies stelle höhere Anforderungen an Vertragsgestaltung und Risikomanagement. Standardisierte Vertragsklauseln würden in vielen Fällen nicht mehr ausreichen, um auf kurzfristige Veränderungen reagieren zu können.
Frühzeitige Kommunikation gewinnt an Bedeutung
Angesichts der unsicheren Lage empfiehlt Smith Eventplaner*innen, potenzielle Risiken frühzeitig und transparent anzusprechen. Die Kosten einer verspäteten Reaktion seien oftmals deutlich höher als jene eines schwierigen Gesprächs mit Kundinnen und Kunden. Dabei spiele der Zugang zu verlässlichen Informationen eine zentrale Rolle.
Wichtig sei die Zusammenarbeit mit lokalen Convention Bureaux und Destination Management Organisationen. Diese könnten aktuelle Informationen und objektive Einschätzungen aus erster Hand liefern und damit Eventplaner*innen bei ihrer Beratungsfunktion unterstützen.
Europäische Destinationen profitieren von ihrem Sicherheitsimage
Für europäische Destinationen ergeben sich laut Smith derzeit attraktive Chancen. Viele US-Kunden würden Europa als sichere und vertraute Region wahrnehmen. Die Herausforderung bestehe jedoch darin, diese Vertrautheit mit neuen und exklusiven Erlebnissen zu verbinden.
Gefragt seien hochwertige Programme, die Individualreisende nicht ohne Weiteres selbst organisieren könnten. Destinationen, denen es gelinge, Planungssicherheit und kulturelle Exklusivität zu kombinieren, würden sich im internationalen Wettbewerb besonders erfolgreich positionieren.
Die Aussagen von Nina Smith verdeutlichen einen aktuellen Trend in der MICE-Branche: Neben attraktiven Locations und innovativen Konzepten gewinnen politische Stabilität, verlässliche Infrastruktur und professionelle Krisenvorsorge zunehmend an Bedeutung. Für viele Veranstalter werden sie zu entscheidenden Kriterien bei der Wahl einer Destination. (MICE-tip)








