STV diskutiert Tourismusakzeptanz

Am Rendez-vous Touristique: Herausforderungen erkennen, Lösungen entwickeln.
© STV / Andre Grimm

Der Schweizer Tourismus-Verband (STV) hat im Rahmen des traditionellen Rendez-vous Touristique Vertreterinnen und Vertreter des Parlaments und des Tourismussektors zusammengebracht.

Der Schweizer Tourismus steht vor vielfältigen Herausforderungen – von geopolitischen Unsicherheiten, Klimawandel und der Frankenstärke bis hin zu regional sehr unterschiedlichen Gästeaufkommen. Während einzelne Destinationen mit hohen Besuchszahlen umgehen müssen, sind andere auf zusätzliche Gäste angewiesen.

Im Zentrum des Anlasses stand die Frage, wie die Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung langfristig gesichert werden kann. Nationalrat und STV-Präsident Reto Nause betonte in seiner Begrüssungsrede: «Der Tourismus muss sich im Einklang mit der lokalen Bevölkerung entwickeln. Dafür müssen wir ihre Anliegen ernst nehmen und Lösungen finden, die den unterschiedlichen Gegebenheiten in den Destinationen Rechnung tragen.»

Zwei Inputreferate vermittelten konkrete Instrumente und Erfahrungen aus der Praxis und bildeten die Grundlage für eine angeregte Diskussion.

Destinationen unterstützen

Romy Bacher vom Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit des STV stellte in ihrem Inputreferat die Toolbox Tourismusakzeptanz vor. Dieses auf nationaler Ebene entwickelte Projekt unterstützt Destinationen dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, die relevanten Anspruchsgruppen einzubeziehen und passende Massnahmen zu erarbeiten.

«Tourismusakzeptanz entsteht nicht von selbst. Destinationen und weitere touristische Akteure müssen den Dialog mit der Bevölkerung pflegen, den Nutzen des Tourismus sichtbar machen und Herausforderungen vorausschauend angehen. Mit der Toolbox stellen wir ihnen dafür ein praxisnahes Instrument zur Verfügung», sagte Bacher.

Lösungen unterscheiden sich lokal

Marc Ungerer, Geschäftsführer der Jungfrau Region Tourismus AG, zeigte anhand mehrerer Fallbeispiele, wie eine international stark nachgefragte Destination mit Besucherströmen und Akzeptanzfragen umgeht. Er erläuterte lokal abgestimmte Massnahmen und Projekte zur besseren Auslastung bestehender Betten sowie oder eine ausgewogenere touristische Entwicklung über das ganze Jahr.

«Als Tourismusdestination müssen wir die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung künftig von Anfang an noch stärker mitdenken. Für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Tourismus gilt es nicht nur aufs Gaspedal zu treten, sondern bei Bedarf auch zu bremsen», sagte Ungerer.

Der Tourismussektor stellt sich diesen Herausforderungen und entwickelt sich gemeinsam mit den Destinationen weiter. Langfristig erfolgreich kann der Tourismus nur sein, wenn er von der lokalen Bevölkerung mitgetragen wird. Der Austausch zeigte: Übergeordnete Rahmenbedingungen können die Destinationen unterstützen, konkrete Lösungen müssen jedoch vor Ort entwickelt werden. (MICE-tip)