
Auf der Lauchernalp im Walliser Lötschental nimmt am Freitag, 19. Dezember 2025, das temporäre Hotel Momentum den Betrieb auf.
Das Haus mit 19 Zimmern und Platz für 64 Gäste wurde innerhalb weniger Monate realisiert, nachdem der Bergsturz in Blatten Ende Mai 2025 einen Grossteil der lokalen Hotelinfrastruktur zerstört hatte.
Der Bergsturz begrub mehrere Gebäude unter Stein- und Eismassen, darunter die drei Hotels Breithorn, Edelweiss sowie das Nest- und Bietschhorn. Die drei Familienbetriebe gehörten zur Hotelkooperation Die Lötschentaler und verfügten zusammen über rund 100 Betten.
«Mit der Zerstörung der drei Gebäude fehlten im Tal von einem Tag auf den anderen rund 80 Prozent der Übernachtungsmöglichkeiten», sagt Lukas Kalbermatten von der Hotelkooperation Die Lötschentaler und Besitzer vom zerstörten Hotel Edelweiss.

Neues Hotel in Rekordzeit errichtet
Um die touristische Infrastruktur im Tal aufrechtzuerhalten, gründeten Kalbermatten, die Familie Hubert-Bellwald vom Hotel Nest- und Bietschhorn sowie die Lauchernalp Bergbahnen AG kurz nach dem Ereignis die Lauchernalp Lodge AG. Ziel war es, rasch neue Gästebetten zu schaffen.
Das temporäre Hotel entstand direkt neben der Bergstation der Seilbahn auf der Lauchernalp und wurde mit wieder verwendbaren Holzbauelementen errichtet. Betreiberin ist die Lauchernalp Lodge AG.
Das Architekturbüro ‘Pool Architekten’ aus Zürich hat den Bau planerisch und in der Umsetzung begleitet.
«Wir wussten, dass wir schnell handeln müssen. Ansonsten hätten dem Tal im Winter dringend benötigte Übernachtungsmöglichkeiten gefehlt», so Kalbermatten. Auch Esther Hubert-Bellwald von der Lauchernalp Lodge AG betont den gemeinschaftlichen Aspekt des Projekts: «Bei dieser Eröffnung geht es nicht nur um die Inbetriebnahme eines neuen Hotels, sondern auch darum, dass wir nach dem Bergsturz zusammenhalten und als Gemeinschaft nach vorne schauen.»

Die Berghilfe unterstützt das Projekt mit 500’000 Franken
Die Gesamtkosten für den Bau des Hotels belaufen sich auf rund 4.4 Millionen Franken. Die Schweizer Berghilfe unterstützte das Projekt mit einem Beitrag von 500’000 Franken. «Die Realisation eines Hotels in so kurzer Zeit ist mehr als bemerkenswert», sagt Eva Jaisli, Präsidentin des Stiftungsrats der Schweizer Berghilfe. Das Projekt sei wichtig, um die touristische Wertschöpfung im Lötschental auch nach dem Unglück sicherzustellen. (MICE-tip)



