Tourismus Forum Schweiz: Klimawandel als gemeinsame Aufgabe der Branche

So soll sich die Branche an den Klimawandel anpassen und die Klimaziele 2050 erreichen.
Das Tourismus Forum Schweiz fand am 27. November 2025 im Zentrum Paul Klee in Bern statt ©MICE-tip

Am 27. November 2025 lud das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO zum 13. Tourismus Forum Schweiz (TFS). Rund 165 interessierte Teilnehmende folgten der Einladung und nahmen an der Konferenz zum Thema Nachhaltigkeit im Zentrum Paul Klee in Bern teil.

Von Beginn an stand fest: Der Klimawandel ist nicht länger ein theoretisches Szenario, sondern beeinflusst die Schweizer Tourismuslandschaft bereits heute.

Martin Saladin, Leiter der Direktion für Standortförderung des SECO, begrüsste die Teilnehmenden ©MICE-tip

Bei der Begrüssung betonte Martin Saladin, Leiter der Direktion für Standortförderung des SECO, dass der Klimawandel «keine abstrakte Frage, sondern eine Realität» sei, die alle Akteure betreffe.

Für die Weiterentwicklung des Tourismus brauche es klar definierte Prioritäten und eine durchdachte Strategie. Zentral sei zudem der sektorübergreifende Austausch. Lösungen müssten gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden.

Klimawandel als Treiber für Innovation

Den fachlichen Auftakt gestaltete Prof. Dr. Erich Fischer von der ETH Zürich. Er zeigte auf, dass Schnee in den Alpen zwar weiterhin möglich bleibt, jedoch unter veränderten und zunehmend variablen Bedingungen.

Gleichzeitig eröffne die steigende Sommerhitze im Mittelland und in städtischen Gebieten neue Chancen für alpine Destinationen. Fischer plädierte dafür, Klimaschutz und Anpassung gemeinsam zu denken und die regionale Authentizität zu stärken.

Martina Hollenstein, Projektleiterin des Innotour-Projekts ‘Klimafitte Destinationen’, knüpfte daran an. Konzepte allein reichten nicht aus. Massnahmen müssten frühzeitig in der Praxis getestet werden, um wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Grosse Aufmerksamkeit für den ‘Kompass Schnee’

Eines der Projekte, das während des Forums besonderes Interesse auslöste, war der neu lancierte ‘Kompass Schnee’. Die Plattform auf STnet stellt Winterdestinationen und Behörden datenbasierte Grundlagen zur Verfügung, mit denen sich zukünftige Schneesituationen realistischer einschätzen lassen. Für viele Teilnehmende war dies ein anschauliches Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Daten den strategischen Umgang mit klimatischen Veränderungen unterstützen können.

In mehreren Workshops wurden zudem Wege zu klimaneutralen Destinationen, Förderinstrumente wie Adapt+ des Bundesamts für Umwelt und Programme des Bundesamts für Energie vorgestellt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Klimakommunikation. Statt auf rein technische Fakten zu setzen, sollten Emotionen und konkrete Geschichten stärker in den Mittelpunkt gestellt werden.

Input für die neue Tourismusstrategie des Bundes
Reto Burkard, Vizedirektor des Bundesamts für Umwelt ©MICE-tip

Am Nachmittag sprach Reto Burkard, Vizedirektor des Bundesamts für Umwelt, über die Rolle des Tourismus im nationalen Klimaschutz. Er betonte, dass der Tourismus als Querschnitt vieler Aktivitäten stark vom Klimawandel betroffen sei und dass Verminderung und Anpassung unausweichlich seien. Die Klimagesetzgebung weise den Weg zu Netto-Null bis 2050 und biete zahlreiche Instrumente, die genutzt werden sollten, so Burkard weiter.

Die Erkenntnisse des Forums sollen direkt in die Erarbeitung der neuen Tourismusstrategie des Bundes einfliessen, die Anfang 2027 verabschiedet werden soll. Anpassung und Mitigation gelten darin als zentrale Pfeiler. Eine koordinierte Nutzung der bestehenden Förderinstrumente bleibt eine Schlüsselaufgabe, insbesondere angesichts der hohen Kosten vieler Klimamassnahmen.

Austausch als Schlüssel

Das Forum zeigte, dass der Austausch zwischen Destinationen, Verbänden, Kantonen und Bundesstellen weiter an Bedeutung gewinnt. Auch die Networking- und Austausch-Möglichkeiten wurden von vielen Teilnehmenden positiv hervorgehoben. Der Dialog zwischen Praxis, Forschung und Politik bleibt entscheidend, um die touristische Wertschöpfung langfristig zu sichern und gleichzeitig Klima fit zu gestalten. (MICE-tip)