
Der Start ins neue Jahr verlief für die Bündner Bergbahnbetriebe ruhiger als erhofft. Gemäss dem Monitor von Bergbahnen Graubünden lagen die Ersteintritte im Januar 2026 um 3.6% unter dem Vorjahreswert. Hauptgrund dafür waren die aussergewöhnlich trockenen Witterungsbedingungen, insbesondere in Nordbünden, wo der Niederschlag gemäss Meteo Schweiz nur rund 32% der Referenzperiode 1991–2020 erreichte.
Während sich das Kerngeschäft der Bergbahnen aufgrund fehlender Tagesgäste anspruchsvoll gestaltete, zeigte sich die Berggastronomie stabil. Dank sonnigem Wetter bewegten sich die Umsätze mehrheitlich auf Vorjahresniveau. Viele Gäste nutzten die Bedingungen für Winterwanderungen, Schlitteln oder Aufenthalte auf den Sonnenterrassen.
Technisch beschneite Pisten boten auch im Januar gute Schneesportbedingungen. Dennoch blieben Tagesgäste vielerorts aus. Markus Moser, Präsident von Bergbahnen Graubünden, führt dies auf eine zurückhaltende Wahrnehmung der Schneelage zurück. Insbesondere Tagesgäste hätten die Qualität der beschneiten Pisten unterschätzt, während Einheimische, Zweitheimische und Feriengäste die Angebote weiterhin nutzten.
Die Auswertung basiert auf Daten von 23 Bergbahnunternehmen, die rund 90% des Bündner Transportumsatzes abdecken. Trotz des leichten Rückgangs im Januar zeigt sich die Saisonbilanz per Ende Monat positiv. Kumuliert resultiert ein Plus von 0.6% gegenüber dem Vorjahr. Auch im längerfristigen Vergleich liegen die Ersteintritte deutlich über dem Durchschnitt: Im Fünf- und Zehnjahresvergleich beträgt das Plus im Januar 8.2% beziehungsweise 12.1%, kumuliert sogar 13.6% und 19.6%.
Technische Beschneiung als treibender Faktor
Ein zentrales Thema bleibt die technische Beschneiung. Dort, wo ein zusammenhängendes und effizient beschneites Angebot bereitgestellt werden konnte, verlief das Geschäft deutlich besser, so die Bergbahnen Graubünden.
Markus Moser hält fest: «Die Bedeutung der Beschneiung als Motor für die Destinationen wurde damit abermals unterstrichen.» Eine Herausforderung, die kleinere und mittelgrosse Bergbahnunternehmen weiterhin beschäftigen dürfte. Denn nebst den nötigen finanziellen Mitteln für eine effiziente Beschneiung werde in Zukunft auch genügend verfügbares Wasser in den entscheidenden Kälteperioden ein bedeutender Erfolgsfaktor sein. Dies habe der Winter 2025/26 bisher deutlich gezeigt.
Trotz der aktuellen Herausforderungen zeigt sich die Branche zuversichtlich. Markus Moser betont, dass die Saison erst am Ende beurteilt werden könne. Die positiven Zahlen der Festtage und die langfristigen Vergleiche stimmen die Bündner Bergbahnbetriebe insgesamt optimistisch. (MICE-tip)



