Wohnkosten belasten Saisonarbeitende

Eine Studie zeigt, welche Wohnbedürfnisse Saisonarbeitende haben.
Symbolbild ©Unsplash
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Saisonarbeitende sind für viele Tourismusdestinationen zentral, gleichzeitig gestaltet sich die Suche nach geeignetem Wohnraum teilweise schwierig.

Eine Studie der Universität Lausanne im Auftrag des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) hat die Wohnsituation von Saisonarbeitenden in den Wintersportdestinationen Adelboden, Leysin, Saas-Fee und Villars-sur-Ollon untersucht.

Grundlage der Studie ‘Wohnbedürfnisse und Wohnsituation von Saisonarbeitenden in Wintersportdestinationen’ sind 95 Interviews, davon 84 mit Saisonarbeitenden. Mitfinanziert wurde die Untersuchung von den Kantonen Bern, Waadt und Wallis.

Bezahlbarer Wohnraum an erster Stelle

Als grösste Herausforderung nennen die Befragten die Wohnkosten. Hohe Mieten im Verhältnis zum Einkommen schränken insbesondere die Möglichkeit ein, während einer Saison Geld zu sparen. Gleichzeitig kann die Wohnsituation beeinflussen, ob Saisonarbeitende für eine weitere Saison in eine Destination zurückkehren.

Neben bezahlbaren Unterkünften ist die Lage entscheidend. Saisonarbeitende bevorzugen Wohnraum in der Nähe des Arbeitsplatzes und wichtiger Dienstleistungen. Kurze Wege reduzieren nicht nur die Mobilitätskosten, sondern erleichtern auch den Alltag bei unregelmässigen Arbeitszeiten und winterlichen Verhältnissen.

Bei der Ausstattung stehen laut Studie weniger hohe Komfortansprüche als vielmehr funktionale Kriterien im Vordergrund. Die Unterkünfte sollen sauber, ausreichend gross und zweckmässig ausgestattet sein sowie ein Mindestmass an Privatsphäre bieten. Letzteres spielt insbesondere in Wohngemeinschaften eine wichtige Rolle.

Als weitere Priorität nennen die Befragten flexiblere Mietverhältnisse. Miet- und Arbeitsverträge decken sich zeitlich nicht immer, wodurch zusätzliche Kosten entstehen können. Gewünscht werden deshalb flexiblere Ein- und Auszugstermine sowie Möglichkeiten, dieselbe Unterkunft in der folgenden Saison erneut zu nutzen.

Lokale Lösungen gefragt

Wie angespannt die Wohnsituation ist, unterscheidet sich je nach Destination. Einfluss haben unter anderem das verfügbare Wohnungsangebot, die Mietpreise, der Anteil an Zweitwohnungen, die Erreichbarkeit sowie das Angebot in umliegenden Gemeinden.

Workshops in den vier untersuchten Destinationen und ein nationaler Austausch zeigen laut BWO, dass es keine einheitliche Lösung gibt. Arbeitgeber und Gemeinden seien gemeinsam mit Kantonen, Tourismusorganisationen und weiteren Akteuren gefordert, auf die lokalen Gegebenheiten zugeschnittene Ansätze zu entwickeln. (MICE-tip)