«Das Potenzial Madagaskars ist noch lange nicht ausgeschöpft»

    Hilke Penning vom Basler Madagaskar-Spezialisten Priori berichtet von der ITM in Antananarivo.
    Hilke Penning von Priori Madagaskarhaus Basel und René Staub von Hang Loose Travelservice Bern an der ITM in Antananarivo.

    Am Wochenende fand die sechste Tourismusmesse in Madagaskar (ITM) in Antananarivo statt. Vom 8. bis 11. Juni 2017 stellten sich die 22 regionalen Tourismusbüros des Landes sowie Hotels, Agenturen, Fluggesellschaften und tourismusnahe Betriebe vor. Mit dabei war auch Hilke Penning von Priori Reisen im Madagaskarhaus in Basel. «Ich bin immer wieder beeindruckt von der Vielfalt Madagaskars. Wir sprechen hier ja wirklich von einem eigenen Kontinent im Indischen Ozean. Die ITM spiegelt ein Land im Umbruch, vielleicht in Richtung Aufbruch», berichtet sie aus Antananarivo.

    Sie ortet aber auch Hindernisse. «Das grosse Problem Madagaskars ist nach wie vor die Logistik», sagt Tourismusfachfrau Penning, «das Potential des Landes, das über 14-mal grösser ist als die Schweiz, ist noch keinesfalls ausgeschöpft.» Dabei fehlt es in Madagaskar nicht an gutem Willen, im Tourismusbereich mehr Wertschöpfung zu ergattern. Unter anderem hat das nationale Tourismusbüro (ONTM) vor wenigen Monaten einen neuen Slogan lanciert: «Schatzinsel Madagaskar». Damit will der Inselstaat auf seine ganz unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten aufmerksam machen, seien es Flora oder Fauna, Kultur oder Handwerk. Zudem hat das ONTM spezielle Schwerpunkte gesetzt, die fortan besonders gefördert werden sollen: Gastronomie, Tauchsport, Golf. Doch das nationale Tourismusbüro verfüge lediglich über ein Budget von EUR 300’000, beklagt sich ONTM-Direktor Joël Randriamandranto. Zum Vergleich: Bei Mauritius sind es EUR 10 Mio.

    Hilke Penning zieht von der Messe deshalb ein gemischtes Fazit. «Einerseits versuchen sich Hotels zu präsentieren und dies auf oft sehr hohem Niveau. Andererseits beklagen sich viele über die mangelhafte Zuverlässigkeit der Akteure im Land.» Als Mitarbeiterin des Madagaskarhauses in Basel kenne sie die vielen Wirren der touristischen Wege auf der Insel.

    Die ITM ist übrigens auch eine Plattform für die umliegenden Inseln, die sich seit 2012 als «Vanille-Inseln» promoten. Unter diesem gemeinsamen Dach wollen Madagaskar, die Seychellen, Mauritius, La Réunion, Mayotte, die Komoren und teils auch die Malediven mehr Synergien in die Inselwelt des südwestlichen Indischen Ozeans bringen.

     

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