Amadeus unterliegt Lufthansa

Die Vorzugspreise von Lufthansa stehen im Einklang mit dem Wettbewerbsrecht, so das Urteil.

Wie «fvw-online» berichtet, unterlag Amadeus auch in zweiter Instanz im Kampf um die Vorzugspreise mit der Lufthansa. Wie das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg gestern bestätigte, stehen die Vorzugspreise der Lufthansa im Einklang mit dem Wettbewerbsrecht. Der Berufungsantrag von Amadeus wurde zurück gewiesen. Damit wurde der Entscheid des Landgerichts im Oktober 2008 bestätigt.

Die Frage, ob Lufthansa im innerdeutschen Flugmarkt eine marktbeherrschende Stellung habe, sei weiterhin unbeantwortet geblieben. Selbst dann sei die unterschiedliche Behandlung der GDS-Betreiber durch Lufthansa gerechtfertigt, so die Urteilsbegründung. Es sei im Sinne der unternehmerischen Freiheit Lufthansas, Travelport und Sabre von der Vorzugspreis-Gebühr zu befreien. Lufthansa habe glaubhaft gemacht, dass die wirtschaftlichen Vorteile aus den neuen Verträgen mit den Amadeus-Mitbewerbern die monetären Nachteile aus der Nicht-Erhebung der Vorzugspreis-Gebühr über diese GDS mehr als ausgleichen.

Eine Revision in dritter Instanz ist nicht möglich. Der GDS-Betreiber könnte nach dem gescheiterten Antrag auf einstweilige Verfügung nun allenfalls das Hauptsache-Verfahren eröffnen. Ein letztinstanzliches Urteil würde jedoch vermutlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen, was sich Amadeus kaum erlauben könne, bewertet «fvw-online» die Lage, und stellt Amadeus zwei Alternativen in Aussicht: Entweder eine schnelle Einigung mit Lufthansa. In diesem Fall bevorzuge Lufthansa die Option einer Fortführung des Vorzugspreis-Modells mit einer deutlich reduzierten GDS-Fee. Im Gespräch sein sollen Beträge von deutlich unter zwei Euro statt bislang 4,90 Euro pro Segment. Oder aber Amadeus erstatte den Reisebüros die von Lufthansa in Rechnung gestellte Vorzugspreis-Gebühr ganz oder teilweise, was bereits bis Januar diesen Jahres gemacht wurde. In Sachen Vorzugspreise hat Amadeus auch die Schlichtungsstelle der Internationalen Handelskammer in Paris angerufen, die sich hinter verschlossenen Türen um eine Einigung zwischen Lufthansa und Amadeus bemüht.