American Airlines unter Gläubigerschutz

Die Muttergesellschaft AMR hat sich unter «Chapter 11» begeben.

AMR Corp., die Muttergesellschaft von American Airlines (AA), hat sich unter Gläubigerschutz nach «Chapter 11» gestellt. Dies, nachdem das Unternehmen mit diversen Kostensenkungsmassnahmen – etwa neuen Arbeitnehmervereinbarungen – scheiterte. Seit 2006 hatten die Verhandlungen mit den Personalverbänden angedauert; zuletzt hatte AA aufgrund mangelnder Resultate nach eigenen Angaben um USD 800 Mio. höhere Personalkosten als die Konkurrenz. Vor allem mit der Pilotengewerkschaft konnte sich AA zuletzt nicht mehr einigen. Diese – wie auch die Flugbegleiter, Mechaniker und Gepäckabfertiger – wollten die total USD 1,6 Mia. Lohnsumme zurück haben, auf welche sie 2003 verzichtet hatten, um AA vor dem Konkurs zu bewahren.

Aus den Unterlagen, welche heute dem US Bankruptcy Court in Manhattan übergeben wurden, geht hervor, dass die in Fort Worth (Texas) beheimatete Gesellschaft USD 24,7 Mia. an Vermögenswerten besitzt und mit USD 29,6 Mia. verschuldet ist. American Airlines ist die letzte der grossen US-Fluggesellschaften, welche Gläubigerschutz beantragt. Dass die Konkurrenten diesen Prozess bereits durchmachten und inzwischen fusionierten (und AA auf Rang 3 der grössten US-Airlines zurückfiel) wurde allgemein als Nachteil angesehen.

Chairman und CEO Gerard Arpey tritt zurück und wird durch Thomas Horton ersetzt. Horton war seit Juli 2010 im Rang eines «President» zuständig für Finanzen, Planung, Sales & Marketing, Kundendienst, IT und globale Allianzenstrategie, also auch die Rolle von AA in Oneworld.

AMR betont, dass sowohl bei AA als auch bei der Domestic-Tochter American Eagle die Flüge wie gewohnt weitergeführt werden und auch das Frequent Flyer Programm keinen Änderungen unterliegt.

Trotz allem verheisst Chapter 11 nichts Gutes. Seit Anfang Jahr sind die AMR-Aktien um 79% getaucht und wenn nicht bald neue Arbeitsverträge ausgehandelt sind, könnte ein ernsthaftes Liquiditätsproblem entstehen. AA sitzt unter anderem auf einer älteren Flotte als die Konkurrenz, welche zurzeit bei hohen Treibstoffpreisen höhere Kosten verursacht.