Deutsche Tourismusbranche erzielt Rekordergebnis

Deutlicher Umsatzanstieg sowohl bei Reisebüros als auch bei Veranstaltern.

Für die Tourismuswirtschaft war 2011 ein Jahr mit einem neuen Rekordergebnis, wie der Deutsche Reiseverband DRV an seiner Tagung im südkoreanischen Daegu bekanntgab. Sowohl beim Umsatz als auch bei den Teilnehmerzahlen habe es in den vergangenen zehn Jahren kein besseres Jahresergebnis als jenes des Geschäftsjahres 2010/11 (beendet am 31. Oktober 2011) gegeben.

Der Umsatz der stationären und Online-Reisebüros stieg um mehr als 9,5% auf rund EUR 22,5 Mia. (aktuell ca. CHF 27,7 Mia.) und lag damit um EUR 2,1 Mia. über dem Vorjahreswert. Auf die einzelnen Sparten verteilt entfielen auf das Touristikgeschäft EUR 14,7 Mia. (Vorjahr 13,7 Mia.) und auf den Bereich Geschäftsreise rund EUR 7,8 Mia. (2010: 6,7 Mia.). Die stationären Reisebüros erzielten somit ein Umsatzplus von rund 7% und die Geschäftsreisebüros von fast 15%. Der durchschnittliche Umsatz je Reisebüro stieg von 2001 bis 2011 um 20%. Die Anzahl der stationären Reisebüros ging 2011 nur noch leicht zurück: Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009/2010 gab es in ganz Deutschland insgesamt 10’240 Reisebüros und damit 130 Büros weniger als im Vorjahr (569 Schliessungen standen 439 Neueröffnungen gegenüber).

Die deutschen Reiseveranstalter setzten ihrerseits EUR 23,3 Mia. (ca. CHF 28,7 Mia.) um, was 9% oder EUR 2,0 Mia. mehr als im Vorjahr war. Insgesamt stiegen die Paxzahlen bei deutschen Reiseveranstaltern um fünf Prozent an – darunter dürften aufgrund der Schwäche des Euro auch zahlreiche Schweizer sein.

Spanien, die Türkei und Griechenland sowie auf der Langstrecke die Malediven, Thailand und die Karibik waren dabei die Gewinner des Sommers 2011, während die Nachfrage für USA/Kanada und die V.A.E. stabil blieb und die Nachfrage für Tunesien und Ägypten aus den bekannten Gründen zurückging. Ebenfalls leicht rückläufig waren die Destinationen Australien, Kenia und Südafrika.

Hervorragend entwickelte sich laut DRV dagegen der Kreuzfahrtenmarkt mit einem Umsatzplus von rund 12% und einem deutlichen Passagierwachstum. Die Flugreisen der Reiseveranstalter erzielten derweil ein Umsatzplus von durchschnittlich 11%: 12,5% bei Reisen zu Zielen auf der Nah- und Mittelstrecke und 7% bei Fernreisen. Erdgebundene Reisen mit Auto, Bahn oder Bus konnten ein Umsatzplus von 2,5% erwirtschaften.