Die ECTAA, der Europäischen Dachverband der Reisebranche, bei dem auch der Schweizerische Reisebüro-Verband (SRV) Vollmitglied ist, schätzt die Kosten durch die Flugausfälle der letzten Woche für die Reisebranche auf 450 Mio. Euro – ohne Aufwendungen für zusätzliches Personal oder Call Centers. Diese Schätzung sei sehr konservativ, weil nur Kosten bis 26. April berücksichtig seien, schreibt die ECTAA. Zudem sei in dieser Rechnung der Ertragsausfall für annullierte oder zurückgestellte Reisen nicht berücksichtigt.
Zusammen mit der GEBTA (Guild of European Business Travel Agents) ist die ECTAA nun bei Antonio Tajani, bei der EU für Tourismus zuständig, vorstellig geworden und hat gefordert, dass die TOs und Reisebüros auch Zugang zu Staatshilfen oder anderer Art von Unterstützung erhalten, falls die EU den Airlines etwas in dieser Art bietet.
Dass die Airlines Hilfe aus Brüssel erhalten, ist durchaus möglich. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas stellte laut «fvw.de» gestern ein umfassendes Massnahmenpaket für die Airlinebranche in Aussicht, das momentan in der EU-Kommission beraten wird. Beispielsweise solle kurzfristig sichergestellt werden, dass während des Flugverbots nicht genutzte Start- und Landerechte der jeweiligen Airline nicht verfallen. Ferner solle es den Mitgliederstaaten erlaubt werden, Nachtflugverbote und Abgaben für Sicherheitsleistungen kurzfristig auszusetzen. Eine umfassendere EU-Hilfe, z.B. durch finanzielle Unterstützung, schliesse Kallas ebenfalls nicht aus.
