Alle Fluggesellschaften, die in Europa starten und landen – auch Airlines aus Übersee –, werden ab 2012 in den EU-Emissionshandel einbezogen. Dies hat das Europäische Parlament mit grosser Mehrheit beschlossen. 85% der Emissionshandelszertifikate werden kostenlos verteilt, die restlichen 15% müssen die Fluggesellschaften ersteigern. Die Einnahmen der Versteigerung sollen zur Bekämpfung des Klimawandels und für die Forschung sowie zur Förderung weniger klimaschädlicher Transportmittel wie Bus oder Bahn verwendet werden. Nach Berechnungen der EU-Kommission könnte ein Ticket für einen Hin- und Rückflug innerhalb der EU durch den Emissionshandel um bis zu neun Euro teurer werden. Für Langstrecken-Flüge sei mit grösseren Preiserhöhungen zu rechnen, ein Hin- und Rückflugticket nach New York etwa könnte bis zu 40 Euro mehr kosten. Das meldet «Tages Anzeiger» online.
Die IATA hat bereits reagiert und spricht von einem falschen Entscheid in einer umweltpolitisch wichtigen Frage. Die EU habe zur falschen Zeit den falschen Ansatz zu falschen Bedingungen gewählt. Und Lufthansa erklärt: «Dieses Emissionshandelssystem ist ökologisch kontraproduktiv und ökonomisch schädlich». Auf die Lufthansa komme damit voraussichtlich ein «mittlerer dreistelliger Millionen-Euro-Betrag jährlich» zu. Die Politik hätte laut Lufthansa-Sprecher andere Möglichkeiten, den Klimaschutz voranzubringen. So seien durch einen einheitlichen europäischen Luftraum – den Single European Sky – «auf der Stelle 12 Prozent einzusparen». Allein die Lufthansa verfliege täglich 500’000 Liter Kerosin, weil sie nicht direkt von A nach B fliegen könne.
