Flugzeugbestellungen ohne Ende

Boeing und Airbus haben volle Auftragsbücher. Grösste Nachfragetreiber sind weiterhin Nahost-Airlines.

Der US-Flugzeughersteller Boeing konnte letzte Woche an der Dubai Air Show einen der grössten Einzelaufträge seiner Geschichte an Land ziehen: Emirates bestellte 50 Jets vom Typ Boeing 777-300ER im Wert von ungefähr USD 18 Mia. mitsamt Option auf 20 weitere 777-300ER-Jets im Wert von USD 8 Mia. Emirates betreibt mit 95 Flugzeugen zurzeit die weltweit grösste Boeing 777-Flotte und hielt bereits eine Bestellung über 40 Boeings 777-ER. Mit dem aktuellen Rekordauftrag beläuft sich die 777-300ER-Festbestellung von Emirates auf insgesamt 90 Langstreckenjets.

Gleichzeitig bestellte Oman Air sechs Boeing 787-8 «Dreamliner», wobei es sich hier nicht um Neuaufträge handelt, sondern um einen Bestellungstransfer von der kuwaitischen Leasing- und Finanzgesellschaft Alafco hin zu Oman Air.

Airbus ging in Dubai bislang aber auch nicht leer aus. Alafco hat 50 A320-neo bestellt mit Option auf 30 weitere bis Ende Jahr. Dies ist ein Ausbau des bestehenden, in Paris-Le Bourget unterzeichneten Vertrags über 30 A320-neo. Zudem hat die Aviation Capital Group (ACG), das in den Vereinigten Staaten basierte Leasingunternehmen, mit Airbus einen Kaufvertrag über 30 ökoeffiziente Flugzeuge der A320neo-Familie unterzeichnet. Mit diesem jüngsten Auftrag von ACG über 30 A320neo hat das Leasingunternehmen nun insgesamt 98 Flugzeuge der A320-Familie bestellt.

Dass die Airlines aus Nahost Wachstumstreiber sind, überrascht kaum. Nach der neuesten globalen Marktprognose von Airbus (Global Market Forecast) werden Fluggesellschaften im Nahen Osten zwischen 2011 und 2030 etwa 1920 neue Passagier- und Frachtflugzeuge (mit mehr als 100 Sitzen) im Gesamtwert von USD 347,4 Mia. benötigen. Davon entfallen 1882 auf Passagierflugzeuge (USD 336,3 Mia.) und 39 auf Frachtflugzeuge (USD 11,1 Mia.).