Seit 2003 wurden die Kuoni-Aktien nicht mehr so tief gehandelt wie am letzten Montag, 19. Dezember 2011. Der Tiefpunkt wurde mit CHF 213,4 erreicht, berichtet «Cash», wobei sich die Aktie am Dienstag wieder auf über CHF 225 erholte und heute Mittwoch auf einem Niveau von rund CHF 223 liegt.
Noch im Frühling 2007 hatte die Kuoni-Aktie einen Wert von CHF 780. Von Januar 2011 bis heute seien die Kurse um knapp 50 Prozent eingebrochen. Das Unternehmen steht mit dieser Entwicklung aber nicht alleine da, denn beispielsweise der britische Thomas-Cook-Konzern hat seit Anfang des Jahres über 90 Prozent eingebüsst, bei TUI Travel sind es 35 Prozent.
Das Problem bestehe laut «Cash» darin, dass die Anleger angesichts der Schuldenkrise und der wirtschaftlichen Abkühlung nicht davon ausgehen, dass die Reisebranche so schnell wieder auf die Gewinnschiene kommen werde. Der Margendruck durch die Internet-Konkurrenz sei zu hoch, zudem bestehe die Gefahr, dass sich das umsatzstarke Ferienland Ägypten nur sehr langsam erholt.
Im Vergleich zu beispielsweise Thomas Cook und TUI Travel, die einen Touroperating-Anteil von nahezu 100 Prozent bzw. rund 75 Prozent haben sollen, beträgt dieser Anteil bei Kuoni seit der Übernahme von Gullivers Travel Associates (GTA) Anfang Mai noch 50 Prozent. Mit dieser Übernahme hat sich Kuoni einerseits etwas vom durch schwache Margen geprägten Touroperating entfernt und hat sich andererseits dem lukrativeren Online-Geschäft angenähert. Eine Tatsache, die vom Markt scheinbar noch nicht honoriert wird. Dieser habe in Bezug auf das Kuoni-Modell noch Erklärungsbedarf, wird Kuoni-Sprecher Peter Brun zitiert.
