LH sieht auch 2010 als Krisenjahr

Die Konzepte der Billigflieger werden künftig nicht Ausgeschlossen.

Neben den durch die Krise entstehenden Einnahmeausfällen bei Premium-Kunden soll Lufthansa vor allem die Konkurrenz durch die Billigfluggesellschaften zu schaffen machen, wie Christoph Franz in einem Interview mit der «Financial Times Deutschland» erklärt. Lufthansa sei demnach in der Lage, genügend Tickets abzusetzen, aber man sei nicht in der Lage, dabei das Preisniveau zu heben. Der von Christoph Franz verantwortete Passage-Bereich – dazu gehört die Kernmarke Lufthansa sowie die Regionaltöchter wie Cityline – schreibe derzeit Verluste und laut Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber drohe in diesem Jahr auch dem Gesamtkonzern ein Minus.

Noch nicht geäussert habe sich Lufthansa derweil zu den Aussichten für 2010. Im FTD-Interview deutete Franz an, dass das Kerngeschäft auch in den nächsten beiden Jahren nicht aus den roten Zahlen komme. In zwei Jahren solle die Passage wieder Profite abwerfen, was ein sehr anspruchsvolles Ziel sei. Franz erklärte, dass auf manchen innerdeutschen Strecken der Marktanteil auf unter 15 Prozent gefallen sei und glaube, dass sich der Trend nur mittelfristig wenden lasse: «In fünf Jahren müssen wir den Verlust an Marktanteilen gestoppt haben – und welche zurück gewonnen haben.» Auch wolle sich Franz die Konzepte der Billigflieger analysieren und gegebenenfalls kopieren. Es werde derzeit geprüft, mehr Sitze in die Maschinen einzubauen. Dadurch könnte das Ergebnis von Lufthansa um EUR 100 Mio. pro Jahr verbessert werden. Auch Gebühren, wie zum Beispiel für den Gepäcktransport, schliesse Franz in Zukunft nicht aus.