Skyguide: Anflugverfahren mit EGNOS-Satelliten

Die Schweizer Flugsicherung hat erstmals Anflugverfahren eingeführt, die auf Daten des europäischen Satellitensystems EGNOS zurückgreifen.

Die Schweizer Flugsicherung Skyguide hat auf den Flugplätzen von St.Gallen-Altenrhein und Les Eplatures bei La Chaux-de-Fonds erstmals Anflugverfahren eingeführt, die auf Daten des europäischen Satellitensystems EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) zugreifen. Die neuen satellitengestützten Anflugverfahren wurden im Rahmen eines Forschungsprogramms der Europäischen Kommission entwickelt und von Skyguide und der EU-Kommission gemeinsam finanziert. Das Programm will Erfahrungen sammeln mit der Entwicklung und Nutzung von EGNOS-basierten Flugverfahren und deren Einführung in Europa vorantreiben. Die Flugwege bleiben die gleichen wie mit dem bestehenden Anflugverfahren.

Das europäische Satellitensystem EGNOS ist ein Ergänzungssystem, das die Genauigkeit und Zuverlässigkeit von Satellitennavigationssystemen wie dem GPS deutlich erhöht. Es wurde im Oktober 2009 in Betrieb genommen und ist seit März 2011 auch für die Luftfahrt zugelassen. Die Schweiz ist nach Frankreich das zweite Land in Europa, welches Anflugverfahren auf der Basis von EGNOS einführt.

Anflüge auf Flugplätze stützen sich seit Jahrzehnten auf das Instrumentenlandesystem (ILS), das mit Leitstrahlen vom Boden aus eine exakte horizontale und vertikale Führung der Flugzeuge erlaubt. Mit der neuen, satellitengestützten Navigationstechnologie können die Flugzeuge unabhängig von Bodeninstallationen anfliegen: die Piloten nutzen Satellitensignale zur Positionsbestimmung. Flugzeuge folgen dabei einer Reihe fixer Wegpunkte im dreidimensionalen Raum.