Swiss hat auf das Schreiben von Amadeus Schweiz-Chef Cornel Küng vom 25. Juni 2008 an die Reisebüros mit "Erstaunen und Unverständnis" reagiert. Harry Hohmeister (Chief Network & Distribution Officer) und Rudolf Schumacher (Head of Sales & Marketing Switzerland) nehmen nun in einem offenen Brief Stellung zu den "Mutmassungen" und zu "Punkten, welche klar falsch sind und auch durch eine dauernde Wiederholung nicht wahrer werden". Anbei die Swiss-Stellungnahme zu fünf Behauptungen:
1. Lufthansa / SWISS wollen kostenlosen Reisebürovertrieb in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz
Dies ist eine unhaltbare Unterstellung, die wir als geschäftsschädigend empfinden. Die durchschnittliche Buchungsgebühr für Swiss beträgt ab dem 1. Oktober bei Amadeus Buchungen deutlich mehr als die CHF 8.- pro Segment. Swiss ist es jedoch vertraglich untersagt, den Amadeus-Preis offen zu legen.
Mit dem Vorzugspreisprogramm hat sich Swiss explizit dafür entschieden, weiterhin vollumfänglich alle Tarife im CRS abzubilden, da auch wir vom Mehrwert der Computerreservierungssysteme sowohl für den Vertrieb als auch für die Airline überzeugt sind. Mehrwert kann sich aber nicht alleine über die Akzeptanz hoher und steigender CRS Kosten definieren. Gleichwohl erkennt auch Swiss an, dass Distribution nicht kostenfrei ist und hat dies auch nie gefordert.
2. Das Vorgehen der Lufthansa / SWISS schadet Amadeus und unseren Reisebürokunden
Unternehmen, welche nicht den Markt spielen lassen wollen, schaden den Kunden und schlussendlich dem Vertrieb. Swiss manipuliert in keinster Weise den CRS Markt, sondern etabliert den normalen Preis/Leistungswettbewerb zwischen den Computerreservierungsystemen. Diesem Wettbewerb sind sowohl die Reisebüros als auch die Airlines täglich ausgesetzt. Daher sind die derzeit angekündigten Vorzugspreisentgelte nicht diskriminierend, sondern spiegeln über die Differenzierung die unterschiedlichen Kosten für SWISS bei den verschiedenen CRS Partnern wieder. Diese erhöhte Kostentransparenz kommt allen Beteiligten zugute.
3. Lufthansa und SWISS waren nicht bereit zu verhandeln
Swiss war und ist immer noch offen für Verhandungen, wie die Einigungen mit Sabre und Travelport in jüngster Vergangenheit bewiesen haben. Gleichzeitig akzeptieren wir konstruktive Vorschläge über kommerzielle Bedingungen, die beiden Seiten gerecht werden. Leider sind Einladungen unsererseits zu Gesprächen von Ihnen ausgeschlagen worden respektive wurden wir an Amadeus Madrid verwiesen. Bislang haben alle Gespräche, die mit Amadeus stattgefunden haben, seitens Amadeus keinerlei Verhandlungsansätze gezeigt, sondern ausschliesslich nur Androhungen mit sich gebracht.
Swiss ist ein verlässlicher Vertragspartner und weist daher die Aussagen seitens Amadeus zurück. Swiss handelt jederzeit vertragskonform – auch gegenüber Amadeus.
4. Amadeus hat rechtliche Schritte gegen die Einführung dieses diskrimierenden Aufschlags durch Lufthansa und SWISS eingeleitet
Amadeus unterstellt der Swiss Vertragsbruch und kündigt funktionale Einschränkungen an, welche unweigerlich zu einer Diskriminierung der Amadeus Reisebüros führen werden.
Swiss hat bislang keinen Vertragsbruch begangen. Ihre Behauptung ist schlicht falsch und anfechtbar. Wir haben deshalb eine einstweilige richterliche Verfügung erwirkt, die Amadeus eine Einschränkung von Funktionalitäten verbietet. Sollte Amadeus dennoch Funktionalitäten und/oder das Angebot reduzieren, behält sich Swiss weitere Massnahmen vor.
Und nochmals, SWISS hat sich jederzeit vertragskonform verhalten.
5. Amadeus wird Ihnen die Kosten für den diskrimierenden Aufschlag ab 1. Oktober 2008 erstatten
Swiss nimmt die Ankündigung von Amadeus, den Reisebüros das Vorzugspreisentgelt bis mindestens Ende 2008 zu erstatten, zur Kenntnis. Da es sich um eine kommerzielle Entscheidung von Amadeus handelt, obliegt es uns nicht, dies zu kommentieren.
Eine Vorabinformation zu diesem Schritt lag Swiss nicht vor. Ebenso kann Swiss keine Aussagen dazu treffen, wie eine Abwicklung seitens Amadeus mit den Reisebüros aussehen wird.
Auf die Umsetzung des Swiss Vorzugspreisprogramms mit Start in der Schweiz zum 1. Oktober hat dieser Schritt seitens Amadeus keine Auswirkungen. Dieses beginnt, wie aktuell auch nochmals kommuniziert, mit den derzeitig gültigen Vorzugspreisentgelten in Höhe von CHF 8.- zzgl. MwSt. pro Segment bei Amadeus Buchungen und CHF 0.- bei Buchungen über Sabre, Galileo und Travelport.
