Wende im Meilen-Streit

Ein Miles&More-Kunde, dessen Konto um 40% entwertet wurde, verliert in zweiter Instanz gegen die Lufthansa.

Der Streit um die Entwertung der Vielflieger-Meilen von Lufthansa geht in die nächste Runde. Im März hatte Lufthansa einen Prozess gegen einen Hamburger Professor verloren, weil sie anfangs 2011 die Bedingungen zum Einlösen von Meilen aus dem Miles&More-Programm geändert hatte und das Konto des Kunden deshalb auf einen Schlag um 40% entwertet wurde. Das Gericht argumentierte damals unter anderem, dass die Änderung zu kurzfristig bekannt gegeben worden sei.

Schon damals sagte die Lufthansa, dass sie das Urteil anfechten werde. Nun hat sich die Airline gemäss «Airliners.de» in nächsthöherer Instanz, sprich beim Oberlandesgericht Köln durchsetzen können. Zwar wird die endgültige Entscheidung erst am 8. Januar 2013 verkündet; der Richter liess aber durchscheinen, dass er der Berufung der Lufthansa stattgeben wird. Man dürfe den Fall dieses einen Vielfliegers nicht isoliert betrachten, sondern müsse sich ansehen, was die Umstellung des Meilensystems für den durchschnittlichen Kunden bedeute. Es gebe bestimmte Bereiche, wo es teurer werde, und andere Bereiche, wo es billiger werde.

Der Hamburger Professor hat indes bereits angekündigt, den Fall an den Bundesgerichtshof weiterzuziehen. Das endgültige Urteil dürfte ein Präzedenzfall in der rechtlichen Handhabung von Meilenprogrammen werden.