Bestpreiszwang: Nächster Punkt für die Hoteliers

Der Ständerat stellt sich gegen die «Knebel-Verträge» von Booking.com & Co.

Die Schweizer Hoteliers haben gegen die sogenannten «Knebel-Verträge» von Booking.com & Co. den Ständerat auf ihrer Seite. Dieser hat die Motion «Verbot von Knebelverträgen der Online-Buchungsplattformen gegen die Hotellerie» angenommen und sich für ein Verbot der sogenannten «engen Paritätsklausel» ausgesprochen. Mit dieser können Buchungsplattformen Hotels daran hindern, ihre Zimmer auf der eigenen Website günstiger anzubieten als auf der externen Online-Plattform.

Online-Buchungsanteil bei fast 30%
Der Entscheid sei ein wichtiger Schritt für einen fairen internationalen Wettbewerb, on- und offline, und gegen die steigende Abhängigkeit der Hotelbetriebe von Online-Buchungsplattformen, heisst es bei Hotelleriesuisse. In anderen Ländern wie Deutschland, Österreich und Frankreich ist die enge Paritätsklausel bereits verboten. Zudem hat eine Studie des Instituts für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis vor wenigen Wochen die starke Zunahme der Online-Buchungen in der Schweizer Hotellerie im Jahr 2016 gezeigt. Der Anteil an Buchungen in der Schweizer Hotellerie über Online-Buchungsplattformen machte 2016 mehr als 27% aller generierten Übernachtungen aus, gegenüber 21% im Jahr 2015. Booking.com, Expedia und HRS generieren zusammen 93% dieses Online-Geschäfts. Direktbuchungen über E-Mail oder Telefon lagen erstmals unter der 60%-Marke.

Die Motion geht nun weiter in den Nationalrat.

Drucken