BTA und Finass legen zu

Die Migros-Enkelinnen sind allerdings noch weit entfernt vom Vor-Corona-Geschäft.
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Die beiden Business Travel-Einheiten der Migros-Tochter Hotelplan erholen sich. Allerdings nur langsam und noch weit unter den Vor-Corona-Zahlen. Und sie verlieren an Gewicht im Konzern. Zusammen machten die beiden Geschäftsreiseanbieter gerade noch 1% des Konzern-Umsatzes aus. Vor Corona trugen sie gut 10% bei.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2022/2023 lag der Umsatz bei BTA First Travel bei CHF 10,3 Mio. (Vorjahr: CHF 7,5 Mio.). Das ist ein Plus von schönen 37,6%. Dennoch blieb der Umsatz noch deutlich unter jenem vom letzten vollständig pandemiefreien Geschäftsjahr 2018/2019. Unter Berücksichtigung der neuen Rechnungslegung im ganzen Hotelplan-Konzern erreichte BTA First Travel im letzten Vor-Corona-Jahr einen Umsatz von CHF 13 Mio., rund ein Viertel mehr als zuletzt.

Die deutlich kleinere Finass Reisen erwirtschaftete im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von CHF 6,7 Mio. (Vorjahr: 5,6 Mio.). Damit hat das Unternehmen aus Wetzikon 19% zugelegt gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber 2019, dem letzten ganzen Vor-Corona-Jahr mit CHF 8,1 Mio., ist der Umsatz noch rund ein Sechstel tiefer. Am tiefsten Punkt der pandemiebedingten Talsohle im Jahr 2021 machten beide Geschäftsreiseanbieter nur gerade je rund CHF 2,5 Mio. Umsatz.

Neue Kunden

Seither hat sich das Blatt deutlich gewendet. «Die Nachfrage nach Geschäftsreisen ist weiter gestiegen und nähert sich nach einer langsameren Erholung wieder dem Niveau von 2019», schreibt der Hotelplan-Konzern in seiner Mitteilung zum Jahresergebnis.

Wie bereits im Vorjahr hätten die beiden Geschäftsreiseanbieter BTA First Travel und Finass Reisen zahlreiche Neukundinnen und Neukunden gewinnen und damit ihre Marktposition stärken können. Dabei sollen die neuen Kunden sowohl aus dem KMU- wie auch aus dem Grossfirmenbereich kommen.

Neue Zahlen

Zum zweiten Mal wird der Umsatz dieses Jahr auch im Geschäftsbericht nach dem Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER angegeben, nicht mehr der verrechnete Umsatz. Damit sind die in den Geschäftsberichten vor 2022 publizierten Zahlen nicht direkt vergleichbar mit den aktuellen Zahlen.

Nach Swiss GAAP FER stellen bei Geschäftsvorfällen, die nach ihrem wirtschaftlichen Gehalt als Vermittlungsgeschäfte zu klassifizieren sind, nur der Wert der selbst erbrachten Leistung Umsatzerlöse dar. Diese umfassen in der Regel die Vermittlungsprovisionen/Kommissionen und die Bearbeitungsgebühren, nicht aber die Kosten für die vermittelte Leistung selber.

So ist es beispielsweise bei Nur-Flug-Verkäufen, wie es bei Geschäftsreisen häufig vorkommt, der Fall. Der Ticketpreis ist nicht mehr Teil des Umsatzes, nur die Kosten, die für die Vermittlung verrechnet wurden. Früher war auch der Ticketpreis selber Teil des verrechneten Umsatzes, weshalb die beiden Unternehmen wesentlich höhere Umsätze ausgewiesen hatten.

Der Anteil an Pauschalarrangements bzw. Incentivereisen, die nicht als Vermittlungsgeschäft gelten, sei bei Finass wesentlich grösser als bei BTA First Travel, heisst es vom Konzern. Der Anteil an reiner Vermittlung ist bei BTA grösser. Deswegen ist der nach neuer Rechnungslegung ausgewiesene Umsatz bei BTA um einen wesentlich grösseren Faktor reduziert als bei Finass.

(Business Traveltip)

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