Saudi-Investor kauft Ferienverein

Dank dem Verkauf können nun dringend nötige Investitionen in die sechs Hotels getätigt werden.
Das Resort in Tirreno, Sardinien. © Ferienverein

Bei der Schweizer Hotelkette Ferienverein bricht ein neues Zeitalter an. An der gestrigen ausserordentlichen Generalversammlung haben die Aktionäre die Veräusserung des Gesamtportfolios mit grossem Mehr gutgeheissen. Alle sechs Hotels sowie die Betreiberorganisation gehen per Ende April 2018 von der Poscom Ferien Holding AG an den saudi-arabischen Finanzinvestor Sami Al Angari. Gemäss einer Mitteilung der Poscom wird Al Angari die Hotels weiterbetreiben und in sie investieren. Die 500 Arbeitsplätze im In- und Ausland sollen erhalten bleiben. Der Kaufpreis wird lediglich mit «fair und marktüblich» beschrieben; in den Medien macht der Betrag von CHF 58 Mio. die Runde.

Der Ferienverein hatte in letzter Zeit zwar in allen Hotels operative Betriebsgewinne geschrieben, die «über denjenigen von vergleichbaren Hotels liegen», schreibt das Unternehmen. Diese Gewinne würden aber nicht ausreichen, um das Fremdkapital in der geforderten Weise zu verzinsen, zu reduzieren und gleichzeitig die dringend notwendigen Erneuerungsinvestitionen zu tätigen. Der Ferienverein hat deshalb bereits 2016 mit der Suche nach Investoren begonnen.

VIP-Club für die Aktionäre

Für die Gäste des Ferienvereins soll sich nichts ändern. «Die Hotels funktionieren tadellos, die Direktionen und Teams sind topmotiviert», schreibt der Ferienverein. Die Aktionäre werden nun Mitglied eines neuen VIP-Clubs und erhalten einen höheren Status im Treueprogramm, ausserdem haben sie Anspruch auf die Liquidationsdividende.

Der Ferienverein besitzt vier eigene Hotels in der Schweiz und zwei grosse Ferienanlagen an der spanischen Costa Brava sowie auf Sardinien, mit klarer Ausrichtung auf Schweizer Kundschaft. Der künftige Besitzer Al Angari (47) ist stellvertretender Vorsitzender und CEO der von seinem Vater gegründeten Algihaz Holding, einem Industriekonglomerat, das verschiedene Unternehmen in den Bereichen Stromerzeugung, Energiedienstleistungen, Telekommunikation und Immobilien umfasst. Der Kauf des Ferienvereins erfolgt aber nicht über diese Firma, sondern ist ein privates Investment von Al Angari. (SJ)

 

 

Drucken