Air Berlin: CEO Winkelmann macht auf Optimismus

An der Hauptversammlung der Aktionäre versprach der CEO baldige schwarze Zahlen.
© Andreas Wiese / Air Berlin

Thomas Winkelmann, CEO von Air Berlin, machte an der reichlich skurrilen Hauptversammlung der Aktionäre in London gute Miene zum bösen Spiel. Er versprühte Optimismus und versprach baldige schwarze Zahlen. Dies just nach dem Platzen des Plans, gemeinsam mit Tuifly einen neuen Ferienfliegers zu lancieren – der ja ein wesentlicher Teil des Sanierungsplans hätte sein sollen.

Darauf angesprochen, meinte Winkelmann lediglich, Niki solle einen neuen Partner finden. Air Berlin bediene Märkte, die für Investoren hoch interessant seien. Für welche genau, wollte Winkelmann an der Versammlung nicht verraten.

Etihad macht nochmals das Portemonnaie auf
Auch die EUR 782 Mio. Verlust im vergangenen Jahr, sowie der Schuldenberg von rund EUR 1,2 Mia. treibt die Air Berlin gemäss ihrem Chef nicht in einen Finanzengpass. Die Liquidität der Airline sei dank der Zusicherung von Etihad, Air Berlin bis im Herbst 2018 finanziell zu unterstützen, gesichert, eine Insolvenz kein Thema. Dass Air Berlin bei den Landesregierungen in Berlin und Nordrhein-Westfalen gerade eine staatliche Bürgschaft angefragt hat, sieht Winkelmann lediglich als vorsorgliche Massnahme. «Wir wollen keine Steuergelder, wir wollen auch nicht verstaatlicht werden», hielt der Air-Berlin-Boss fest.

Operations-Probleme nur im April und Mai
Auch der Flugplan sei seit dem 1. Juni stabil, die Pünktlichkeit wieder bei über 80% und Streichungen gebe es nur aus technischen Gründen. Allerdings musste Winkelmann massive Probleme in den vergangenen Monaten einräumen: «Wir können uns für die Probleme im April und Mai nur entschuldigen.» Der CEO räumte auch eine fehlerhafte Planung bei der Neuordnung des Streckennetzes ein. Auch der Bodenabfertiger Aeroground in Berlin-Tegel habe nicht optimal gearbeitet – nun sei die Arbeit stabiler, wenn auch nicht ideal.

Irgendwie geht es weiter – daran liess die Spitze der Air Berlin am Mittwoch keine Zweifel: «Wir werden es mit Ihrer Unterstützung schaffen!», richtete sie sich an die Adresse ihrer Aktionäre. Was soll die Air-Berlin-Führungsriege auch anderes sagen? (ES)

 

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