Easyjet fliegt von Zürich nach Berlin-Tegel und baut Streckennetz aus

Die Swiss erhält Konkurrenz auf dieser Strecke. Ausserdem bewirbt sich Ryanair um Start- und Landerechte am Flughafen Tegel.

Dass Easyjet vier neue Start- und Landeslots bei der Slot Coordination für den Flughafen Zürich beantragt und erhalten hat, war bereits bekannt. Nun ist es fix: Die Billigairline wird mit den zusätzlichen Slots Berlin-Tegel anfliegen. Auf dieser Strecke hatte Swiss nach dem Aus von Air Berlin zunächst keine Konkurrenz mehr.

Berlin-Tegel wird zum Hub 
Easyjet wird Zürich–Berlin bis zu viermal täglich bedienen; hinzu kommen die beiden bisherigen Flüge nach Berlin-Schönefeld. Die Low-Cost-Airline fliegt im neuen Jahr auch innerdeutsch und nimmt weitere Strecken ab Tegel auf: 13 Flüge pro Woche nach Düsseldorf, 34 nach Frankfurt, 51 nach München, 34 nach Wien und 27 nach Stuttgart. Bereits ab dem 5. Januar 2018 sollen die neuen Strecken aufgenommen werden – und auf den Sommerflugplan sollen weitere Ziele hinzukommen, wie Easyjet-Europe-Chef Thomas Haagensen gestern Mittwoch bestätigte. Allerdings fehlt es Easyjet noch an ausreichend Maschinen für den Kapazitätsausbau. So werde Easyjet auf Flügen ab Berlin-Tegel neben seinen eigenen auch einige Flugzeuge einsetzen, die über Wet-Lease-Verträge angemietet sind, teilte die Fluglinie am Mittwoch mit. Anbieter sei die lettische Airline Smartlynx.

Gute Chancen auf grünes Licht aus Brüssel
Easyjet will insgesamt 25 Maschinen samt Slots der insolventen Air Berlin übernehmen. Dabei hat sie – im Gegensatz zur Lufthansa-Gruppe – gute Chancen, dass der Deal ohne Auflagen von der zuständigen EU-Kommission durchgewunken wird. «Wenn wir in den nächsten Wochen grünes Licht aus Brüssel bekommen, werden wir die Nummer 1 in Berlin», so Haagensen gegenüber der Nachrichtenagentur «Reuters». Die EU-Kommission wird sich bis zum 21.Dezember hierzu äussern und auch bekanntgeben, ob sie auf eine vertiefte Prüfung der Übernahme durch Lufthansa eingehen wird oder nicht.

Auch Ryanair erhöht ihre Präsenz
Doch auch die andere grosse Billigairline will in Berlin-Tegel kräftig mitmischen: Ryanair bewirbt sich erstmals um Start- und Landerechte am Flughafen Tegel. Dort will der irische Low Coster neun Maschinen betreiben.

Währenddessen hat das deutsche Verbraucherportal Warenvergleich.de ausgewertet, wie viel Reisende bei Easyjet-Flügen innerhalb Deutschlands im Vergleich zu Flügen mit der Lufthansa sparen können. Für die Auswertung hat das Portal 14 Hin- und Rückflüge, also insgesamt 28 Flüge der Lufthansa und von Easyjet verglichen, jeweils auf denselben Strecken, am selben Tag und zu vergleichbaren Uhrzeiten. Fazit: Easyjet sei 48,5% günstiger als Lufthansa. (ES)

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