«Deep Emotions» trotz «Big Data»

Am Event Management Circle wurde klar, wie die Digitalisierung das Event-Erlebnis verstärken kann.
© Christian Bettinger (Photo Basilisk)

Das Thema «Trends», das beim vergangenen Event Management Circle auf dem Programm stand, lockte mehr als 100 Mitglieder und Gäste ins Seedamm Plaza nach Pfäffikon/SZ. Ein Stichwort tauchte bei den verschiedenen Vorträgen immer wieder auf: Digitalisierung. Dank den Unmengen an Daten, die in der heutigen Zeit gesammelt und ausgewertet werden können, verändert sich der Zugang zu Kunden und Gästen, was auch Auswirkungen auf die Organisation von Events hat.

UNTERSTÜTZUNG BEIM NETWORKING Glücklicherweise konnte Cai-Nicolas Ziegler von Xing Events die Zuhörer beruhigen. «Events lassen sich nicht durch die Digitalisierung ersetzen, der Faktor Mensch bleibt zu wichtig!» Dank der Digitalisierung können aber Event-Erlebnisse noch besser gemacht werden, ist Ziegler überzeugt. So habe eine Studie von Xing Events beispielsweise gezeigt, dass Online-Ticketing für die Teilnehmer eines Anlasses unabdinglich sei, jedoch nur von der Hälfte der Veranstalter angeboten werde. Auch seien sich die Veranstalter zu wenig bewusst, dass die Teilnehmer beim Networking Unterstützung suchen. Die Digitalisierung zeige sich in der Eventbranche v.a. in der Vermarktung und der Eventorganisation, so Ziegler. Die Studie habe gezeigt, dass folgende Ziele dabei am wichtigsten seien: Zeitersparnis und Vereinfachung der Organisationsprozesse, einfacherer Ticketing-Prozess und schnellerer Einlass, Reichweitensteigerung und Generierung von Teilnehmern, Kundenbindung sowie bessere Networking-Möglichkeiten. nicht bekämpfen, sondern sich gegenseitig befruchten. Die Welt der Fakten stehe der Welt der Emotionen gegenüber, wobei erstere versucht, zweitere einzubauen – Bolz nannte dabei das Beispiel des «I like»-Buttons bei Facebook. Doch «die Welt der Wünsche, Ideen, Gefühle, das wirklich Wichtige, lässt sich nicht digitalisieren», so Bolz. «Nur durch Faszination werden Events erfolgreich, nicht durch reine Information.»

© Christian Bettinger (Photo Basilisk)
© Christian Bettinger (Photo Basilisk)

BEDÜRFNISSE BLEIBEN GLEICH

Der Hirnforscher Hans-Georg Häusel stiess ins gleiche Horn: «Trotz Digitalisierung haben sich die Bedürfnisse des Menschen nicht verändert.» Dank der Digitalisierung würden diese nun aber schneller und besser erfüllt. Häusel wies darauf hin, dass Events alle Sinne aktivieren sollten, «am besten sollte im Gehirn eine Emotionsexplosion stattfinden», schliesslich würden 70 bis 80% der Eindrücke unbewusst wahrgenommen.

Den Anfang des Referat-Reigens machte David Jäger, COO von Reflection Marketing. Er berichtete aus dem aktuellen Marketing-Trend-Report seiner Firma. Es hätten sich drei wichtige Strategietrends herauskristallisiert. Erstens möchten die Kunden einen Event aktiv mitgestalten, zweitens sollte ein Event dank Datenauswertungen auf die Zielgruppe präzise abgestimmt sein und drittens sollte ein Event für eine optimale Absatzförderung direkter auf das Business ausgerichtet sein. Was die Plattform angeht, so prognostizierte Jäger, werden virtuelle Events und Messen reale Plattformen nicht ersetzen, «aber ganz sicher ergänzen».


Kunden mit Service akquirieren: 6 Tipps

«Der Service-Level der zukünftigen Events wird sich vervielfachen – auch weil der Veranstalter damit viel Geld verdienen kann», ist Jäger überzeugt und führt folgende sechs Aktivierungstrends auf:

1 Upgrade Services: Konsequente Mehrwertabschöpfung durch den Veranstalter mittels Update-Programmen

2 Service Feed: Der konstante Dialog mit dem Besucher – mit permanenten, individualisierten Angeboten und Hinweisen

3 Virtual Guidance: Virtuelle Besucherführung an Events, Messen oder Kongressen über Smart Devices wie Apps, Watches, Brillen und Linsen

4 Direct Purchase System: Die Angebote in Realtime kaufen, konfigurieren oder weitere Kaufunterstützung anfordern

5 Sharing Opportunities: Starke Erlebnisse und wertvolle Erkenntnisse will man teilen

6 Content Upgrate: Per Click zum bezahlten Zusatzerlebnis

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