Asiaten retten Schweizer Tourismusbilanz 2015

Berggebiete verlieren weiter, der urbane Tourismus boomt hingegen.
Jürg Schmid, Schweiz Tourismus
Jürg Schmid – sein Abgang wirft hohe Wellen.

Insgesamt 35,6 Mio. Logiernächte registrierte die Schweizer Hotellerie im letzten Jahr, das sind 305‘000 Logiernächte oder 0,8% weniger als 2014. Auf die ausländischen Gäste entfallen 19,6 Mio. Logiernächte (Rückgang um 1,7%). Dieser Rückgang ist vor allem auf Gäste aus Europa zurückzuführen, die mit 11,8 Mio. Logiernächten oder einem Minus von 9,3% in der Statistik ausgewiesen werden. So wenig wie seit 1958 nicht mehr. Vor allem Deutschland verzeichnete einen markanten Rückgang mit einem Minus von 541‘000 Logiernächten oder -12,3%. Dieser Rückgang konnte mit Zuwächsen aus China und Indien kompensiert werden.

Die einheimischen Gäste halten dem Ferienland Schweiz die Treue: 16,1 Mio. Logiernächte generierten Schweizerinnen und Schweizer im 2015, ein Plus von 0,2% und erneut ein Rekordergebnis.

Die Zahl der Besucher aus dem asiatischen Raum nahm erneut markant zu. Sie erreichte mit 744‘000 zusätzlichen Logiernächten (+18,6%) erstmals die Schwelle von 4 Mio. Logiernächten. Am stärksten war das absolute Wachstum bei den Gästen aus China (ohne Hongkong) mit einem Plus von 344‘000 Logiernächten (+33,3%), Es folgen die Golfstaaten (+159‘000 Einheiten/+20,6%), Indien (+107‘000/+22%) und Korea (+54‘000/+20,5%). Die Nachfrage aus dem amerikanischen Kontinent erhöhte sich um 4,7% (+109‘000 Logiernächte).

Sieben der 14 Schweizer Tourismusregionen registrierten ein Logiernächteminus. Am stärksten betroffen war Graubünden mit 335‘000 weniger Logiernächten (-6,6%). Das Berner Oberland weist hingegen 38‘000 zusätzliche Logiernächte auf (+1%).Die städtischen Gebiete legten zu: Zürich (+208‘000 Logiernächte/+3,9%), Basel (+22‘000/+1,5%), Genf (+13‘000/+0,5%) und Luzern (+152‘000/+4,4%).

Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, rechnet auf Ende 2016 mit einer Stabilisierung der Logiernächteentwicklung aus Europa. Zusätzlich zur starken Marktpräsenz in Europa konzentriert sich Schweiz Tourismus auf eine intensivere Bearbeitung weniger preissensibler Märkte wie Skandinavien sowie auf kaufkräftige und schweizaffine Zielgruppen.

Um der schlecht gestarteten Wintersaison neue Impulse zu verleihen, startet Schweiz Tourismus mit der Kampagne «#abindieBerge», die auf den Markt Schweiz fokussiert, einen Schlussspurt.

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