Mit dem Schweizer Tourismus geht’s weiter bergauf

Die Konjunkturforscher haben 2018 Positives zu vermelden.
© Swiss-image.ch/Roger Gruetter

Die Konjunkturforscher der Schweizer KOF zeichnen ein positives Bild des Schweizer Incoming-Tourismus. Sowohl im Rückblick als auch in der Zukunftsprognose. So sorgten in der vergangenen Sommersaison die gute internationale Konjunkturlage, der schwächere Wechselkurs und das gute Wetter für eine positive Entwicklung. Insbesondere die Städte und der Alpenraum verzeichnen steigende Logiernächtezahlen. Gemäss aktueller Schätzung der KOF stieg die Zahl der Logiernächte in der Sommersaison um rund 3,1% gegenüber dem Vorjahr. Der Ausblick für die kommenden Jahre bleibt klar aufwärts gerichtet.

Positive Aussichten für die Wintersaison – vor allem für die Städte
Die günstige konjunkturelle Lage im In- und Ausland wird die Nachfrage auch im Winter erhöhen, so die Schätzung. Leicht dämpfend auf die Entwicklung dürfte sich die seit Mitte des Jahres eingesetzte Frankenaufwertung auf die Nachfrage aus dem Euroraum auswirken. Für die kommende Wintersaison wird mit einem Anstieg der Logiernächte um 2,3% gerechnet. Die höchsten Zuwächse dürften weiterhin die Städte verzeichnen.

Gute Prognose bis 2020
In diesem Jahr dürfte der Tourismus auf eine nachhaltige Erholungsspur eingeschwenkt sein. Die Aussichten für die kommenden zwei Tourismusjahre zeigen klar nach oben. Die KOF rechnet für das laufende Tourismusjahr mit einem Anstieg der Logiernächtezahlen um rund 3,8%. Die Dynamik flache aber in den kommenden Jahren etwas ab. Für das Tourismusjahr 2019 wird eine Zunahme um 2,7% prognostiziert. Nach starken Nachholeffekten bei der Zahl der ausländischen Logiernächte im letzten und in diesem Jahr dürfte die Dynamik über den Prognosezeitraum allmählich abnehmen. Die höchsten Zuwächse werden weiterhin bei den Fernmärkten, insbesondere bei den asiatischen und nordamerikanischen Herkunftsländern erwartet. Bei den Logiernächten der Gäste aus dem Euroraum sollte sich die Erholung fortsetzen.

Bergbahnen: günstige Bilanz dank guter Schneebedingungen
Bei den Bergbahnen ist die Gästezahl in der letzten Wintersaison gemäss Zahlen von Seilbahnen Schweiz (SBS) erstmals seit vier Jahren wieder angestiegen (+10,3%) und dies in allen Regionen in der Schweiz. Der für die kommende Wintersaison erwartete Anstieg der touristischen Nachfrage dürfte sich hier wiederum positiv auswirken. Die KOF prognostiziert eine leichte Zunahme von 0,3% in der kommenden und 0,8% in der übernächsten Wintersaison. Der längerfristige Trend bleibt jedoch weiterhin leicht negativ.

Ausländische Gäste geben wieder mehr Geld aus
Die Ausgaben der ausländischen Gäste erholten sich 2017 erstmals nach dem kräftigen Rückgang im Zuge des Frankenschocks von 2015. Wegen der steigenden Auslandsnachfrage dürfte in diesem Jahr das Wachstum der Ausgaben mit einem Anstieg von 3,8% weiter anziehen, so die KOF. Die Ausgaben der inländischen Touristen werden in diesem Jahr um 3% steigen. Dies und die leichte Abwertung des Frankens lassen die Preise im Tourismus seit Langem wieder ansteigen. Die Bruttowertschöpfung im Tourismus wird in diesem Jahr um 3,6% zunehmen.

Gesunkenes Preisniveau 
Gemessen an den Konsumentenpreisen war die Preisentwicklung im Tourismus in den letzten Jahren flach und seit 2010 tendenziell rückläufig. In der Beherbergung ist der Preisrückgang seit 2015 deutlich und liegt derzeit immer noch rund 5% unter dem Niveau von 2010. In den Nachbarländern sind die Preise im Tourismus seit 2005 um rund 30 bis 35% angestiegen. In der Schweiz lag der Preisanstieg bei 10%. Durch die Preiszurückhaltung hat die Schweizer Tourismuswirtschaft den preislichen Wettbewerbsnachteil infolge der Frankenaufwertung teilweise wieder wettmachen können. Aufgrund der positiven derzeitigen Entwicklung könnte es zu Preissteigerungen und damit zu einer verbesserten Ertragslage der touristischen Betriebe kommen. (MICE-tip)

 

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