Portugália bald in der Schweiz? (Ausgabe 2007-21)

Die Übernahme der Regionalfluggesellschaft Portugália Airlines durch die TAP Portugal ist zwar von der Regierung noch nicht abgesegnet.

Doch der 140-Millionen-Euro-Übernahme steht eigentlich nichts mehr im Wege, ist TAP-CEO Fernando Pinto überzeugt, sie sollte in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Portugália (PGA) wird nach der Übernahme ihre unternehmerische Autonomie weiterhin behalten, doch als Tochtergesellschaft mit ihren 17 Maschinen – überwiegend Fokker 100 und Embraer 145, die kleiner sind als die TAP-Airbus-Flotte – eine Art Zubringerdienste für ihre Mutter leisten. Schon heute fliegt die PGA neben den lokalen Inlandflügen Ziele in Spanien, Italien und Frankreich an.

Fliegt Portugália bald in die Schweiz? Noch ist nichts entschieden, meint João Inglês, TAP General Manager in der Schweiz. Dass eine gewisse Nachfrage für ein grösseres Sitzplatzangebot zwischen der Schweiz und Portugal besteht, verneint Inglês nicht. Diesen Sommer fliegt die TAP sieben Mal täglich von der Schweiz nach Portugal und zurück (je dreimal Zürich–Lissabon und Genf–Lissabon sowie einmal Genf–Porto). Mit der Sitzplatzauslastung ist der hiesige TAP-Chef jedenfalls sehr zufrieden. Das Personal wurde in Zürich sowie in Genf (und nicht nur in der Verkaufsabteilung) dementsprechend aufgestockt.
Gründe für ein Kommen der Portugália gäbe es genug: Helvetic Airlines hat vor Kurzem ihren Erstflug von Zürich nach Faro durchgeführt.

Auch Air Berlin fliegt einmal pro Woche von Zürich auf die Atlantikinsel Madeira. «Im kommenden Winterflugplan könnte es sicher Änderungen geben, doch kann ich noch nichts sagen», erklärt dazu Inglês. Doch nicht nur in der Schweiz versucht die TAP zu wachsen. Nach dem Bankrott der Varig
(wurde vom brasilianischen Lowcost Carrier GOL aufgekauft) im letzten Jahr arbeitet die portugiesische Gesellschaft nun mit der grössten Brasil-Airline TAM zusammen. Bereits ab Juli 2007 werden die beiden Airlines Code-share-Flüge anbieten, welche der TAP vor allem innerhalb Brasiliens, aber auch zu anderen südamerikanischen Ländern wie Argentinien mit Buenos Aires und Chile mit Santiago grössere Marktanteile bringen werden.
Die gleichen Ziele erhofft sich TAP mit dem Anfang Monat unterzeichneten Letter of Intent für ein Codeshare-Abkommen mit Egyptair in Ägypten. Mit diesem Abkommen vergrössert die TAP – ist seit März 2005 Mitglied der Star Alliance – ihr Streckennetz nach Afrika und dem Mittleren Osten beträchtlich.

Zurzeit verfügt die TAP über 48 Airbus-Maschinen und fliegt weltweit 45 Destinationen in 26 Ländern an. Seit Fernando Pinto im Jahr 2000 das Steuer übernahm, gehts mit der TAP nur noch aufwärts: von 122 Mio. Euro Jahresverlust in die Gewinnzone. Jetzt fehlen nur noch die dringend benötigten Flugzeuge – dazu käme die Portugália gerade recht.

Guido Casanova