Atmosfair beendet Kompensationsprogramm für Kreuzfahrten

Der Eigenbeitrag der Branche sei zu gering, so Geschäftsführer Brockhagen.
©Aida Cruises

Die Umweltagentur Atmosfair hat die Kompensation für den auf Kreuzfahrten verursachten CO2-Ausstoss gestoppt. Bisher sei es möglich gewesen, diesen bei Atmosfair via Spende auszugleichen. Das Angebot gilt aber weiterhin für Flüge.

Dietrich Brockhagen, Atmosfair-Geschäftsführer, äussert sich gegenüber «fvw» über die Gründe: «Für effektiven Klimaschutz darf die CO2-Kompensation nur nachgeordnet zur eigentlichen CO2-Reduktion im Schiff sein. Der Eigenbeitrag der Branche ist hier aber zu gering». Neue Kreuzfahrtschiffe könnten schon mit aus erneuerbaren Energien synthetisch erzeugtem Flüssiggas (LNG) fahren. Konventionelles LNG reduziere zwar massiv Schwefel und Stickoxide, was die Umweltverschmutzung vor Ort reduziere, so Brockhagen weiter. Doch die CO2-Emissionen, die relevant für den Klimawandel seien, würden eben nicht entsprechend gesenkt. Dabei sei dies schon heute möglich.

Impulse fehlgeschlagen

Wie er gegenüber «fvw» sagt, habe Atmosfair in einer Kooperation mit der Branche versucht, Impulse zu setzen. Doch bei Anspruch und Geschwindigkeit habe man weit auseinandergelegen. «Die Kreuzfahrt ist damit nicht erkennbar auf einem guten Weg zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens. In dieser Lage wäre die CO2-Kompensation eher vorgeschoben», sagt er.

Aida Cruises, früherer Kooperationspartner von Atmosfair, erklärte dagegen, sich zu den Zielen des Pariser Klimaabkommens zu bekennen. Investitionen in moderne Schiffs- und Umwelttechnologien würden getätigt. Bei der Schweizer Klimakompensationsagentur Myclimate, mit der viele Schweizer TOs und Airlines zusammenarbeiten, können Interessierte neben Flug und Auto auch die Emissionen für Kreuzfahrten ausgleichen.

Aber was taugt Klimakompensation wirklich? Lesen Sie mehr darüber bald im TRAVEL INSIDE.  (TI) 

 

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