Pop-up-Reisen: «Neue Kunden ‚gluschtig‘ machen»

Marco Wipfli von Meersicht erklärt im Interview mit TRAVEL INSIDE worum es beim neuen Angebot mit Helvetic Airways geht.

Mit kurzfristigen Flügen und kurzen Aufenthalten will der der Schweizer Regionalflieger Helvetic Airways in der Corona-Krise zum Reisen animieren. Die so genannten Pop-up-Reisen organisiert landseitig vom Zürcher Reiseveranstalter Meersicht. Inhaber Marco Wipfli erklärt, worum es dabei geht.

Was unterscheidet eine Pop-up-Reise von einer normalen Pauschalreise?

Kurzer Flug, kurzer Transfer, kurzer Aufenthalt und kurzfristige Buchbarkeit und meistens Destinationen, welche nicht regelmässig von Zürich angeflogen werden.

Wie genau gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen Meersicht und Helvetic Airways?

Helvetic Airways ist der Initiator der Pop-up-Flüge, Meersicht kümmert sich um den Landteil, sprich Transfer und Unterkunft. Vermarktet werden die Pauschalreisen von beiden Parteien. Meersicht ist jedoch nicht der einzige Spezialist, mit welchem solche Pop-up Flugpauschalreisen durchgeführt werden.

Welche Destinationen sind in den nächsten Wochen geplant?

Sicherlich Dubrovnik vom 14.08.-16.08.2020 und danach werden wir weiter sehen!

Wer gilt als Veranstalter der Pop-up-Reisen?

Bei den Reisen Montenegro, Insel Brac und Dubrovnik ist es Meersicht!

Lässt sich mit diesen Preisen überhaupt Geld verdienen?

Für Helvetic Airways kann ich nicht sprechen und sie übernehmen die volle Garantie für die Flüge! Bei Meersicht geht es in erster Linie nicht ums Geld, sondern um neue Kunden «gluschtig» zu machen, so dass anschliessend eine längere Reise gebucht wird. Falls wir aber die Maschine füllen werden und die meisten Passagiere von dem einmaligen Spezialangebot mit Hotel profitieren werden, werden wir auch Geld verdienen. Dazu kommt, dass wir unsere langjährigen Partner an den Destinationen mit diesen Pop-up-Flügen in dieser schwierigen Zeit unterstützen können.

Die Angebote stehen auf der Website von Helvetic Airways. Werden diese Reisen auch über den Retail und deren Tools verkauft?

Ja, alle guten Reisebüros der Schweiz haben unsere beiden Flyer erhalten. Die Angebote sind über Tournet oder telefonisch bei uns buchbar. Die Kommission beträgt 10 %.

Wer ist das Zielpublikum für Pop-up-Reisen?

Jede Frau/jeder Mann/jede Familie welche Lust auf Meer verspürt, unkompliziert Reisen will und aus Sicherheitsgründen nur 2 bis 3 Tage weg möchte. Oder alle welche ein UNESCO-Weltkulturerbe wie Dubrovnik ohne Menschenmassen in der Hochsaison erleben möchte!

Im Prinzip ist es ja eine Ultra-Last-Minute-Pauschalreise – ist das ein Modell für die Zukunft des Reisens, also auch Nach-Corona?

Das wird sich rausstellen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Modell sehr gute Chancen in der Zukunft haben wird.

Wird die Reise nach Montenegro durchgeführt, obwohl die EU das Land von der Liste der sicheren Länder gestrichen hat?

Falls Montenegro in der Schweiz nicht auf die Liste der Risikoländer kommt, dann wir die Reise durchgeführt und von dem gehen wir aus. Das Hotel The Chedi liegt auf der Halbinsel Lustica Bay und ist eine Ferienanlage resp. -region ohne Corona-Fälle. Die Insel Brac in Kroatien hatte die letzten 5 Tage keinen einzigen Covid-19 Fall. Unsere Kunden müssen sich jedoch vor Ort genauso an die Richtlinien mit Abstandhalten und Händehygiene halten wie in der Schweiz. Die Hotels vor Ort halten auf jeden Fall alle gesetzlichen Vorsichtsmassnahmen ein und wenn sich unsere Kunden ebenfalls an diese Regeln halten, sind sie genauso sicher wie in der Schweiz.

Was passiert, wenn ein Reiseziel auf die Schweizer Quarantäne-Liste gerät?

Sobald ein Land in der Schweiz auf die Liste der Risikoländer kommt, können unsere Kunden kostenlos von der Reise zurücktreten. Es wird kaum jemand für 3 bis 4 Tage verreisen um anschliessend für 10 Tage in die Quarantäne zu gehen.

Sie fliegen mit einem Embraer mit 110 Sitzen – wie viele Passagiere braucht es für die Durchführung, oder würde sie auch mit einem Dutzend Kunden stattfinden?

Helvetic Airways hat uns die Flüge garantiert! Die Frage muss Helvetic Airways beantworten.

(Interview: Christian Maurer)