American Express Global Business Travel auf Erfolgskurs

Mit der Übernahme von KDS erreicht der Geschäftsreisespezialist seine technologische Unabhängigkeit.

In allen Marktbereichen bestens aufgestellt, sieht Florian Storp, Vice President Central Europe von American Express Global Business Travel (GBT), den Geschäftsreise-Spezialisten. Fünf Jahre nach dem Start des eigenständigen Unternehmens GBT als Joint Venture von American Express und einer Investorengruppe sind nun alle Felder besetzt. «Für uns gibt es drei Strategiefragen, mit ihrer Beantwortung sind wir für die Zukunft vorbereitet und können Kunden aus allen Geschäftsfeldern und Unternehmensgrössen bedienen. Wir stehen auf eigenen Füssen und decken alles ab», gibt sich Storp zuversichtlich. Zu den grundsätzlichen Themenfeldern gehören die technologische Unabhängigkeit. «Diese haben wir durch die Übernahme von KDS erreicht, die auch die internationale Entwicklung verbessert hat.» Der zweite wichtige Bereich ist für Storp der der Meetings & Events. «Dies wird oft vergessen, doch hier ist ein großes Potenzial. Wir können selbst grosse Veranstaltungen organisieren, Incentivereisen durchführen und sind von externen Agenturen unabhängig.»

Akquise von HRG

Die internationale Präsenz hat GBT durch die endgültige Akquise von HRG im vergangenen Jahr realisiert. Die endgültige Harmonisierung soll bis Mitte 2020 abgeschlossen sein. Baustelle sei noch die vollständige technologische Integration. Das Tagesgeschäft laufe aber ohne Defizite weiter. «Wir haben keinen Kunden verloren, konnten unser Portfolio in Europa stärken und sind so auch ein starker Gegenpol zu den Leistungsträgern.» Dazu gehören auch Standorte in der Schweiz. «Hier haben wir unsere Marktposition gehalten, die Entwicklung verläuft ähnlich wie in Deutschland. Wir stehen vor den gleichen Herausforderungen, aber wir arbeiten profitabel und sind sehr gut aufgestellt.» Es gebe für die Schweiz aber keine besonderen Pläne, die Kundenentwicklung sei positiv, GBT verfüge über ein starkes Meetings-Team und die Integration der Technologie von KDS laufe nach Plan.

Das noch fehlende wichtige Marktsegment des Mittelstands bedient GBT nun durch die Übernahme der Büros von DER Business Travel, die Anfang September abgeschlossen wurde. Dazu gehören Agenturen, sowohl BTCs als auch Implants, an 42 Standorten in Deutschland mit rund 600 Mitarbeitern, die unverändert beschäftigt bleiben. Damit sei es möglich, Kunden aller Unternehmensgrößen passende Produkte liefern zu können. Es gehe um individuelle auf den Kunden zugeschnittene Leistungen, den Kunden solle keine Identität weggenommen werden.

Intensive Kooperation mit GDS

Dabei stehen die Anbieter im Geschäftsreisesektor vor keiner einfachen Situation. «Die Bewegungen in der Beratungsbranche sind nicht negativ, aber bestimmte Industrien leiden stark und es gleicht sich nicht komplett aus.» Im Angesicht der politischen Lage und gesellschaftlichen Entwicklung, aber auch der Klimadiskussion, gebe es bei den Kunden eine grössere Verunsicherung. «Die Kunden sind vorsichtiger, es werden mehr Dinge hinterfragt», erklärt Storp. Verstärkt sei eine Beratung bei Reiserichtlinien erforderlich, doch hier könne GBT seine Expertise ausspielen. Der Reisende müsse sich wohlfühlen und die Reisevorgaben sollten auf ihn zugeschnitten sein. Die Kontrolle über die Richtlinien dürfe aber nicht verloren gehen, wenn die Dienstleister versuchen, sich den Kunden mit Zusatzprodukten direkt zu holen. Dies biete auch die Möglichkeit, sich enger mit den Kunden zu verzahnen. Dafür setzt Storp auf eine intensive Kooperation mit den GDS. Erst im Sommer hatte GBT mit Amadeus und American Airlines Live-Buchungen mit einem neuen NDC-Kommunikationsprotokoll vorgenommen. In den nächsten Schritten soll nun ein kompletter Buchungsablauf erreicht werden. «NDC kommt langsam in Fahrt, wir müssen den Kunden erklären, was sich dahinter verbirgt und möglich ist. Entscheidend ist für uns aber die enge Zusammenarbeit mit den GDS. Die Systeme bieten den kompletten Content.» Wichtig sei es, mit den neuen Techniken mitzuhalten und zu überprüfen, was umsetzbar sei. (WM)

 

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