Asien-Nachfrage auf tiefem Niveau – alle warten auf Thailand

Aktualisiert am 11.08.2020
Bali will im September wieder Touristen empfangen. Wenn die Öffnung problemlos verläuft, könnten andere Ziele oder Länder folgen, so die Hoffnung.
Thailand

In normalen Jahren wären die Asien-Veranstalter jetzt bereits in der Haupt-Buchungszeit. Doch Corona hinterlässt auch bei ihnen tiefe Spuren. Fast alle Länder sind für touristische Einreisen noch geschlossen oder haben sehr rigorose Einreisebestimmungen, inklusive Quarantäne. TRAVEL INSIDE hat sich bei drei Asien-Veranstaltern über ihre Programme, die aktuelle Nachfrage und die Aussichten erkundigt.

Asia 365 garantiert die Preise 2020 für 2021

Asia 365 hat die Gültigkeit aller Kataloge um ein Jahr verlängert und garantiert die Preise 2020 auch für 2021, wie Geschäftsführerin Ruth Landolt erklärt. «Sonderangebote und Spezialpreise sind im Cets ersichtlich und wir präsentieren ausserhalb des Katalogs regelmässig neue Produkte. Unser riesiges Angebot ist auch online zu finden. Die Kataloge beinhalten ja schon seit Jahren nur die Top-Auswahl aus unserer Produktpalette», führt sie aus.

Da bisher kein Land für Schweizer und Europäer generell aufgemacht habe, gebe es nur wenige Buchungen. Landolt: «Die Kunden sind mit Buchungen noch zurückhaltend, aber es gibt oft Anfragen zu Reisemöglichkeiten und Destinationen. Wir gehen davon aus, dass es möglicherweise eine kurzfristige Welle für den Winter geben wird, sobald sich die Destinationen öffnen. Wenigsten haben wir jetzt die Bestätigung, dass Bali im September aufmachen wird. Da haben wir noch recht viele bestehende Buchungen, die nun reisen können.»

Die Signale aus den Ländern Südostasiens seien recht unterschiedlich. «Alle schauen auf Thailand, das mit der Krise zwar super umgeht, aber eine etwas diffuse Kommunikation pflegt. Bali hat nun mit einer guten und klaren Kommunikation vorgelegt und wir gehen davon aus, dass sofern die Öffnung problemlos verläuft, die anderen Destinationen recht schnell folgen werden», ergänzt sie.

Rückmeldungen auf Tourasia-Roadshow zeigen grosse Unsicherheit

Tourasia bekommt täglich Anfragen und auch ein paar wenige Buchungen, vor allem für Dezember 2020 bis März 2021, wie Geschäftsführer Stephan Roemer erklärt. An seiner Einschätzung der Lage sowie den Aussichten habe sich gegenüber seinen Aussagen im grossen Interview mit TRAVEL INSIDE vom 28.Juli nichts geändert. Noch in diesem Monat ist er und sein Team in fünf Städten der Deutschschweiz mit der traditionellen Roadshow unterwegs, in der Romandie musste Roemer indes drei der vier Stationen streichen.

Das Echo darauf widerspiegelt die aktuelle Situation in der Reisebranche: «Nach dem ersten Einladungs-Mail hatten wir am gleichen Tag 48 Anmeldungen, was wir noch kaum zuvor hatten. Seither stockt es etwas und wir haben ein Reminder-Mail gemacht und persönliche Telefonate geführt. Die Agenten sind alle auf Kurzarbeit und einige Büros haben über die Sommerzeit sogar geschlossen. In dieser Situation möchten sich etliche Agenten nicht für einen Anlass verpflichten. Andere wollen dem Büro nicht fern bleiben, da die Unsicherheit um den Job gross ist», so Roemer.

Das Interesse sei gross, es liege sicher nicht am Zielgebiet Asien, sondern vielmehr an der momentanen Situation in der Reisebranche. Das sei in den Gesprächen klar erkennbar gewesen. In der Westschweiz sei es besonders prekär, stellt Roemer zudem fest. In einigen Büros, die oft kleiner seien als jene in der Deutschschweiz, wisse man nicht mehr weiter.

Travelhouse kommt mit einem überarbeiteten Katalog

Bei Travelhouse wurde der gesamte Asien-Katalog während der letzten Monate überarbeitet und mit einigen neuen Rundreisen und Packages ergänzt, wie von Chris Infanger, Lead Product Manager Asia bei Travelhouse zu erfahren ist. Auf der Website findet sich noch eine grössere Auswahl an Rundreisen und Hotels, welche online gebucht werden können.

«Der Katalog wird wie gewohnt in gedruckter Form an die Reisebüros verteilt. Die Auslieferung erfolgt in den nächsten Wochen. Ebenfalls erneuert wurde der Indien-Katalog. Auch dieser erscheint in den nächsten Wochen. Der Katalog China/Japan wird dann gegen Ende des Jahres publiziert», so Infanger.

Da die Länder weiterhin keine Reisen zulassen, sei man momentan mit Umbuchungen der bestehenden Dossiers auf das 1. Quartal 2021 beschäftigt. Neue Anfragen für 2021 kämen ebenfalls langsam herein. «Wir haben immer noch die Hoffnung, dass einige Länder im 4. Quartal 2020 wieder Reisen zulassen, der Ausblick ist aber nach wie vor unsicher», so Infanger. Der Hotelplan-Katalog «Traumstrände» mit den entsprechenden Asien-Angeboten wurden bereits produziert und an die Reisebüros verteilt. (Urs Hirt)