Kommt die Ferienmesse im Kongresshaus Zürich?

Der Leiter des Tourismus KV, Bernard Y. Kohli gibt einen ersten Zwischenstand bekannt.
Bernard Kohli und Antje Krökel

Der Leiter des Tourismus KV, Bernard Y. Kohli, zusammen mit seiner Partnerin Antje Krökel hat wie TRAVEL INSIDE bereits verkündet hatte Ende Oktober die erste physische Ferienmesse im Zürcher Kongresshaus geplant. Seither blieb es bei dieser angekündigten Idee. Nun gibt es ein ersten Zwischenstand zum Projekt Reisemesse Zürich im Kongresshaus vom 29. bis 31. Oktober.

Seit Anfang Mai wurden über 130 Tour Operators, Tourismusbüros, Airlines, Hotels, Kreuzfahrtenanbieter und allgemeine Tourismus-Leistungserbringen über die Idee im Herbst eine Reisemesse im Zürcher Kongresshaus zu organisieren befragt.

Viele Betriebe waren in den letzten Wochen geschlossen oder die Entscheidungs-Träger befanden sich im Homeoffice, was die Feedbacks in die Länge zog. Schliesslich haben sich über 20% der angeschriebenen Betriebe zurückgemeldet. 

Laut Kohlis Umfrage finden 79% der Umfrageteilnehmer den Zeitpunkt und das Datum für eine physische Ferienmesse passend und 81% der Antwortenden sind der Meinung, dass auch der Standort gut gewählt sei.

© Umfrage Tourismus-KV – Projekt Herbstreisemesse Kongresshaus
© Umfrage Tourismus-KV – Projekt Herbstreisemesse Kongresshaus
Was heisst dies nun für das Projekt Herbst-Reisemesse?

Die punktuellen Befragungen hätten gezeigt: Eine virtuelle Veranstaltung kommt nicht in Frage. Nach den Lockdowns, Homeoffice und viel Video-Konferenzen soll das Get-Together mit den Kunden wieder im Vordergrund stehen. Dennoch will Kohli «weiterhin abwarten und das Projekt möglichst ‚Stand-by‘ halten, um die Veranstaltung entweder sehr kurzfristig zu realisieren oder zu einem späteren Zeitpunkt aufzugleisen», meint Kohli.

Und so begründet er seine Entscheidung: «Diese Umfrage fängt die Stimmung der Monate Mai bis Mitte Juni ein. Doch ab Mitte Juni veränderte sich die Situation erneut», so Kohli. Warum? Die Lockerungen der Einreisebestimmungen lösten bei den Anbietern im europäischen Raum und bei den Tour Operator mit Badeferien-Päckli viel Euphorie aus. Weil Sie sich plötzlich wieder mit Anfragen und Buchungen «überhäuft» wurden.  

So versuchen nun viele europäische Anbieter und Leistungsträger vom jetzigen Buchungshype zu profitieren und die Angebote zu 100% auszulasten. Sie stellen sich die Fragen, ob es sinnvoll ist für ihre Destinationen zu werben, wenn die Buchungen fast automatisch eintrudeln.  

Ernüchterung für Übersee  

Ganz anders bei den für die Outgoing-Branche lebenswichtigen Langstrecken-Destinationen. Hier sorgt das zögerliche Hochfahren der Langstrecken-Flugverbindungen, kombiniert mit den weiterhin bestehenden Einreiseverboten für ganze Länder oder Kontinente für Zurückhaltung, Ernüchterung und Verunsicherung.

Ganze Kontinente oder Länder, angeführt von Australien/Neuseeland, den USA und weiten Teilen Asiens können entweder nur mit sehr grossem Test-und Quarantäne-Aufwand oder gar nicht bereist werden. Das bremst die Lust zum Planen und schliesslich zum Buchen.  

Darum stellt steht die Longhaul-Community, gemäss den Initianten, vor der Frage, ob in der jetzigen Situation nicht eher zuwarten angesagt ist. Zumindest so lange, bis klar ist, welche Länder und welchen Umständen Besucher wieder zulassen. Australien hat klar kommuniziert, dass die Grenzen frühestens im Frühling 2022 geöffnet werden. Was die USA planen, ist noch weitgehend unbekannt. (TI)