Swiss-Chef Vranckx rechnet 2023 mit Gewinn

Aktualisiert am 22.04.2021
2021 lief bisher allerdings unter Plan.
Swiss CEO Dieter Vrancks

Der neue Swiss-CEO Dieter Vranckx ist ein grosser Optimist: Schon übernächstes Jahr erwartet er wieder einen Gewinn. «Wir rechnen mit einem New Normal im Jahr 2023. New Normal heisst, wieder profitabel und investitionsfähig zu sein, um zum Beispiel neue Flugzeuge kaufen zu können», sagte Vranckx in einem Interview mit der «Handelszeitung».

Klar sei aber auch: «Die Swiss wird nicht grösser, sondern kleiner werden. Es gibt weniger Nachfrage, auch im Geschäftsreiseverkehr. Wir rechnen für das Jahr 2023 beispielsweise mit einem Minus von 25 bis 30 Prozent bei den Geschäftsreisenden.»

Swiss werde sich nun mehr in Richtung Freizeitverkehr orientieren, so Vranckx. «Das Freizeitsegment wird im Sommer eine grosse Rolle für uns spielen. Wir werden über hundert Destina­tionen ab Zürich und Genf anbieten.»

Weitere Reduktionen beim Personal und bei der Flotte stehen offenbar in den kommenden Monaten trotz des Grundoptimismus‘ bevor: «Unsere Kommunikation wird noch vor Ende des zweiten Quartals erfolgen», kündigt er an. Die Zeichen stehen nicht allzu gut.

Swiss fliegt bisher unter Plan

Bereits im laufenden Jahr fliegt die Airline bisher unter Plan, der über das ganze Jahr 50% des Vor-Pandemie-Volumens vorsieht: «Das erste Quartal war schwierig. Wir hatten eine Kapazität von rund 20 Prozent im Markt im Vergleich zum Vorjahresquartal.»

Für den Sommer erwartet Vranckx mehr. «Wir planen mit 60 bis 65 Prozent unserer Vor-Krisen-Kapazität. Aber diese Planung steht unter Druck, weil sich das erste Quartal nicht so entwickelt hat, wie wir es erwartet hatten. Auch der nächste Monat sieht schwierig aus.»

Swiss hatte im Pandemie-Jahr 2020 zum ersten Mal seit 15 Jahren einen Verlust eingefahren, der mit CHF 654 Mio. höher war als der Rekordgewinn von CHF 578 Mio. im Jahr 2019. Trotzdem zeigte sich Vranckx schon bei der Präsentation dieser Zahlen Anfang März optimistisch: «Wir werden das Jahr liquiditätsmässig gut überstehen.»

Trotz Krise sendet Vranckx auch eine positive Botschaft in die Romandie: «Genf ist Teil unseres Heimatmarktes und wird weiter eine wichtige Rolle spielen. Sowohl als eigener Abflugort aus Genf he­ raus für die Westschweiz, aber natürlich auch als Zubringer Richtung Zürich, da wir in Genf nicht so viele Direktrouten wie ab unserem Drehkreuz in Zürich anbieten können.» (TI)