Tourismus-Schule IST mit grosser Charme-Offensive

Die Nummer 1 der Tourismus-Schulen (HF) «bedrängt» die Nummer 1 Tourismus-Uni, zumindest auf dem TI-Bild.
Uni St. Gallen Professor Christian Laesser umringt von der IST-'Konkurrenz' Hanna Rychener Kistler (links, VRP) und Nicole Diermeier (rechts, CEO). © TI

Die beiden Vollpower-Ladies von der IST AG – Hanna Rychener Kistler und Nicole Diermeier – geben trotz der Pandemie, welche den Tourismus enorm schädigt, Vollgas. Es gehe der IST im Vergleich zu den Mitbewerbern recht gut, doch es werde momentan immer schwieriger junge Menschen für ein praxisbezogenes Studium – auch berufsbegleitend – zu gewinnen. Die IST sieht sich klar als Nummer 1 unter den HFT (Höhere Fachschule Tourismus) in der Schweiz.

Die beiden ex-Touristikerinnen auf höchstem Niveau sind für die Zukunft sehr zuversichtlich, wie sie am Jahrestreffen ihres hochdekorierten Fachbeirates kürzlich ausführten. Rund 30 aus der grossen Schar von namhaften aktiven und ehemaligen Tourismus-Experten und Persönlichkeiten – mehrheitlich aus dem Incoming-Bereich – fanden den Weg in die vor kurzem komplett erneuerten Schulräume im Zürcher Kreis 5.

Hanna Rychener Kistler, Gründerin der IST, fungiert seit Anfang 2021 ’nur‘ noch als Verwaltungsratspräsidentin. Nicole Diermeier ist seit dem 1.4.21, als Nachfolgerin von Thomas Jenzer, Geschäftsführerin und Gesamtschulleiterin der IST in Zürich und Lausanne. Heinz Sommer, Group CEO der Vantage Education Group, zu welcher die IST seit dem Verkauf von Hanna Rychener Kistler gehört, ist Verwaltungsrat der Tourismus-Schule.

Fachbeirat 2.0

Der bislang ehrenamtlich funktionierende Fachbeirat soll sich verstärkt einbringen und sogar aktiv Studierende aktivieren und anwerben. Diermeier und Rychener Kistler schlagen im Rahmen des Konzeptes ‚Fachbeirat 2.0‘ vor, die Fachbeiräte in zwei Kategorien zu teilen: Einerseits Ehrenmitglieder, Persönlichkeiten ausserhalb von operativen Tätigkeiten, sowie aktive Fachbeiräte. Letzteren winken gar neu Honorare für ihren Aufwand. Die Aufgaben zur Weiterentwicklung sollen in ein bis drei Arbeitsgruppen erarbeitet werden.

Qualitätssicherung/-steigerung, Entwicklung neuer Geschäftsfelder, Steigerung der Konkurrenzfähigkeit, Umsatzsteigerung sowie Steigerung der Anzahl Studierenden sowie Diversifikation sind die Ziele der IST. Der ebenfalls anwesende Professor Christian Laesser von der Uni St. Gallen HSG (Tourismus und Dienstleistungsmanagement) staunte nicht schlecht ob dieser Ausweitung der Kernkompetenz der IST. Als IST-Fachbeirat brachte er sich jedoch kollegial mit guten Bemerkungen und Vorschlägen in die Diskussion ein.

Viel Geld in Renovierung investiert

Die IST, Höhere Fachschule für Tourismus, umfassend renoviert, wurde unter dem übergeordneten Motto ‚IST reloaded‘ in diesem Sommer neu eröffnet. Die Schule wirkt offener, heller, grosszügiger und moderner. Die flexibel eingerichteten Schulzimmer werden den hybriden Lehr- und Lernstandards von morgen gerecht. Multifunktionale Arbeitsplätze und Begegnungszonen bieten Mitarbeitenden, Dozierenden und Studierenden Platz für Austausch und ebenso für konzentriertes Arbeiten. In den Umbau wurde über eine halbe Million Franken investiert.

Parallel zur Neueröffnung ist die Social-Media-Kampagne #Tourismuszukunft gestartet. Mehrere bekannte Persönlichkeiten aus Tourismus, Wirtschaft und Politik sowie drei Alumni der IST teilen per Video ihre Begeisterung für den Tourismus und senden ihre Tipps und Empfehlungen für den Tourismusberuf in die ganze Schweiz.

«Wir spüren im Moment eine leichte Verunsicherung bei den jungen Leuten bezüglich der Berufswahl in der Tourismusbranche. Dem wollen wir entgegenwirken, damit es in der Branche mittelfristig nicht zu einem Vakuum an qualifizierten Tourismusfachkräften kommt», erläutert Nicole Diermeier, Geschäftsführerin und Gesamtschulleiterin der IST, den Hintergrund der Offensive.

Nachdiplomstudiengänge NDS lanciert

Die Tourismusbranche befindet sich – getrieben durch Themen wie den Klimawandel und jüngst die Covid-19-Pandemie – in einem fundamentalen Wandel. Diese Treiber haben zahlreiche Prozesse massiv beschleunigt und die Ansprüche an den Tourismus und seine Fachkräfte verändert. Die IST reagiert auf diesen Trend und lanciert den Nachdiplomstudiengang (NDS) Tourismusmanagement mit Vertiefung Outdoormanagement, Nachhaltigkeit oder Digital Tourism to go. Der Start erfolgt im Januar 2022.

«Das Angebot richtet sich an Personen aus dem Tourismus oder tourismusnahen Betrieben, welche sich weiterentwickeln, eine höhere Kaderstufe erreichen oder sich ein zweites Standbein aufbauen möchten», sagt Nicole Diermeier.

  1. Die Vertiefung «Outdoormanagement» ist eine Ergänzung für Bergführer/innen, SchneesportlehrerInnen, Bike Guides, WanderleiterInnen sowie Outdoor-Interessierte mit eidg. Fachausweis. 
  2. Die Vertiefung «Nachhaltigkeit» bietet sich für Mitarbeitende aus dem Tourismus an, welche ihre Kompetenzen in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft gezielt stärken wollen. Partnerin in diesem Bereich ist die Organisation Myclimate. 
  3. Die Vertiefung «Digital Tourism to go» sieht Nicole Diermeier als ideale Ergänzung für Touristiker, welche die digitale Transformation entlang der Customer Journey im Tourismus besser verstehen und im Alltag zielgerichtet umsetzen wollen. (AH)

Dipl. Tourismusmanager/-managerin NDS HF

Die Absolventen erlangen nach zwei Semestern und einer Diplomarbeit den eidg. anerkannten Titel Dipl. Tourismusmanager/-managerin NDS HF mit Fachvertiefung Outdoormanagement, Nachhaltigkeit oder Digital Tourism to go.

Als Kompetenzen werden u.a. vermittelt: Unternehmertum (Entrepreneurship & Intrapreneurship) mit Fokus auf zukunftsorientiertes Lösen von komplexen Problemen, Analyse und Bewältigung von Risiken sowie die Entwicklung entsprechender Massnahmen, Führungskompetenz, Aufbau von Expertenwissen sowie die Fähigkeit, das Gelernte in der Praxis wertschöpfungsorientiert zu nutzen.

Der Abschluss eignet sich auch, um danach allenfalls noch einen Master oder Executive Master of Business Administration (EMBA) anzugehen.