«Über die Ja- und Nein-Stimmen habe ich mir nicht so viele Gedanken gemacht»

TUI-Chef Philipp von Czapiewski über sein schlechtes Resultat bei der Wahl in den SRV-Vorstand, seinen Input für die Verbandsarbeit und sein Verhältnis zu den Airlines.
Philipp von Czapiewski, Managing Director, TUI Suisse. ©TRAVEL INSIDE

Philipp von Czapiewski hat am 1. März 2020 die Führung von TUI Suisse übernommen. Er kam von der Konzernzentrale in Hannover, inzwischen ist der trotz Corona-Krise in der Schweiz angekommen und vertritt sein Unternehmen auch im Schweizer Reise-Verband (SRV). TRAVEL INSIDE hat ihn nach seinen Zielen in der Verbandarbeit gefragt und noch vieles mehr.

Lesen Sie das ganze Interview morgen in der Printausgabe von TRAVEL INSIDE.


Sie sind im November in den Vorstand des SRV gewählt worden – mit dem mit Abstand schlechtesten Wahlergebnis. Wie interpretieren Sie das?

Zunächst einmal freue ich mich auf die Arbeit im SRV. Über die Ja- und Nein-Stimmen habe ich mir nicht so viele Gedanken gemacht.

Was werden Ihr Fokus und Ihr Input sein?

Digitalisierung und Ausbildung werden weiterhin sehr wichtige Themen sein, bei denen ich mich einbringen werde. Konkret freue ich mich auf die Arbeitsgruppe SRV2022. Ich bin sehr gespannt auf ihre Vorschläge.

Warum sind Sie nicht dabei?

Dort kann nicht jeder dabei sein, es braucht einen guten Mix. Den haben wir in der Arbeitsgruppe und im Vorstand erreicht.

Was muss der Verband aus Ihrer Sicht anders oder besser machen?

Das wird auch in der Arbeitsgruppe und in den nächsten Monaten erarbeitet werden. Auf Basis der letzten Monate kann ich aber sagen, dass ich es sehr wichtig finde, als Branche eine gemeinsame Stimme zu haben und unsere Interessen einheitlich zu vertreten.

Thomas Stirnimann, eben erst abgetretener CEO der Hotelplan Group sagte im Interview mit TRAVEL INSIDE, die Airlines seien keine guten Partner der Reiseveranstalter mehr. Hat er recht?

Das würde ich nicht so kategorisch sagen. Natürlich hatten wir in der Krise Themen, die wir diskutiert haben und die wir weiter diskutieren werden. Das gehört zur Partnerschaft. Airlines sind nach wie vor wichtige Partner. Und sie können und werden, unabhängig von der derzeitigen Krise, auch zukünftig gute Partner sein.

Hat TUI Suisse noch Refund-Ausstände bei den Airlines?

Es sind  noch nicht alle Refunds zurückbezahlt, es gibt da noch kleine Restbestände wie in der ganzen Branche.

Also rund 10 Prozent Ausstände?

Das ist die Grössenordnung.

Welche Airlines waren oder sind bei TUI Suisse die schlimmsten?

Das war bei uns nicht anders als bei anderen in der Branche.

TUIfly fliegt nicht mehr ab Basel – ein Problem für TUI Suisse?

Wir werden jetzt schauen, wie wir unser Flugangebot  aufstellen. Das ist ein ganz normaler Prozess.

Condor fliegt im Sommer ab Zürich – auch für TUI Suisse?

Neben unseren anderen Partner-Airlines  haben wir Condor bereits im Portfolio. Damit wird Condor auch Flugpartner für TUI Suisse werden. Wir freuen uns, über die Erweiterung des Angebots.

Die Lufthansa-Airlines, und damit auch die Swiss, wollen keine Condor-Passagiere mehr und haben das Interlining mit Condor gekündigt. Hat das Auswirkungen auf das TUI-Programm?

Wir hatten Gäste dafür. Aber wir haben ein so breites Angebot, dass ich mir keine Sorgen um Alternativen mache.

(Interview: Christian Maurer/Angelo Heuberger)