Lufthansa im Poker um Alitalia ausgestochen

Der Aufsichtsrat von Ferrovie dello Stato Italiana (FS) hat beschlossen, mit Easyjet und Delta Verhandlungen aufzunehmen.

Der Aufsichtsrat von Ferrovie dello Stato Italiana (FS), der Bahngesellschaft, die vom italienischen Staat die Federführung zur Planung der «neuen» Alitalia zugesprochen bekam, hat nun beschlossen, mit Easyjet und Delta Verhandlungen aufzunehmen. Darin sollen «die wichtigsten Elemente des Plans für eine neue Alitalia weiter definiert werden», heisst es in einer Pressemitteilung. Die beiden Airlines hatten sich zuvor zu einem Bündnis zusammengeschlossen.

Mit Erfolg: Mit dieser Strategie haben sie nun Mitinteressentin Lufthansa ausgestochen. Die deutsche Fluggesellschaft hatte wiederholt Interesse gezeigt, zumindest Teile von Alitalia übernehmen zu wollen. Doch mit der Entscheidung der FS wird daraus vorerst nichts. Alitalia unter der Kontrolle der Staatsbahn, Delta und Easyjet würde wohl weiterhin zwei Basen betreiben: Rom Fiumicino unter der Leitung der Amerikaner und Mailand Malpensa unter der Leitung von Easyjet, die dort nach verfügbaren Sitzen sowieso schon Nummer eins ist.

Die Vorgabe: Airlines als Miteigentümer finden

FS stieg bei der insolventen staatlichen Schwester Alitalia Ende 2018 mit dem Ziel ein, Airlines als Miteigentümer zu finden; unter der Vorgabe der neuen Populistenregierung, dass Alitalia italienisch bleiben müsse. Lufthansa stellte aber von Beginn weg harte Bedingungen – denn Alitalia galt für die Deutschen in der jetzigen Form als «unsanierbar». Zudem gab Vorstandsmitglied Harry Hohmeister mit Blick auf Easyjet zu bedenken, dass es in Italien genug Anbieter im Bereich Lowcost gebe. «Besser erscheint also eine Lösung im Premiumsegment, denn nur so kann sich Alitalia im Wettbewerb differenzieren», so Hohmeister. (ES)

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